Göteborg

Göteborg kann man auf vielen Möglichkeiten mit dem Boot besuchen. Direkt in der Stadt gibt es zum Beispiel den Yachthafen „Lilla Bommen“ direkt neben der Oper. Super, wenn man kurze Wege in die Stadt haben möchte und vor allem interessant für abendliche Besuche in der Stadt. Allerdings muss man vorher die Strecke über den Göta Älv (etwa 4 Meilen) fahren und man hat natürlich auch sehr direkt die Geräusche der Großstadt.

Wir haben uns dieses Mal für den weiter außen liegenden Hafen „Langedråg“ des Göteborger Segelclub (GKSS Göteborgs Kungliga Segel Sällskap) entschieden. Nach einem kurzen Fußweg ist man direkt an der Straßenbahnhaltestelle, wo die Linien 11 und 9 alle paar Minuten in die Innenstadt fahren. 30 Minuten Fahrzeit sind völlig okay.

Die Stadt Göteborg feiert in diesem Jahr 400. Geburtstag. Sie wurde 1621 von König Gustav II. Adolf gegründet, aufgrund der Corona-Pandemie findet das Jubiläum mit vielen Veranstaltungen erst in diesem Jahr statt.

Neben einigen Geschäften war die Markthalle „Stora Saluhallen“ unser erstes Ziel. Wir sind relativ spät vom Hafen losgefahren und die Mittagszeit schon angebrochen. Das Angebot an Speisen verschiedenster Art ist groß, wir entschieden und deshalb für den Stand von „Hasselsons Macklucka“ mit der längsten Schlange. Entweder wären die dort angebotenen Sandwiches wirklich gut oder alle nutzen lediglich den gleichen Reiseführer, der dieses Lokal empfiehlt.
Zum Essen setzten wir uns auf die vor der Markthalle aufgestellten Bänke und genossen die wirklich hervorragenden Sandwiches.

Stora Saluhallen
Sandwich von „Hasselsons Macklucka“

Unser nächstes Ziel war der Stadtteil Haga. Dies ist der älteste Stadtteil Göteborgs und heute geprägt von kleinen Geschäften, Restaurants, Bars und Cafes. Es ist einfach schön, sich dort durch die Straßen treiben zu lassen und die Stimmung aufzunehmen. Ob sich dort auch Göteborger aufhalten ist schwer zu sagen, da vor allem Touristen zu sehen und hören sind.
Wir mögen (wie viele Touristen) das Cafe „Husaren“ mit den traditionellen „Hagabullen“, einer etwas vergrößerte Variante der schwedischen Zimtschnecken. Auch wenn es oft voll und überlaufen dort ist, ist die Einrichtung sehenswert und die „Hagabullen“ lecker.

Anschließend fuhren wir gemütlich mit der Straßenbahn zurück nach Langedråg um den Abend mit einen wieder mal entspannenden Sonnenuntergang ausklingen zu lassen.

Nach Göteborg

Von Anholt bis zum außerhalb von Göteborg gelegenen Yachthafen Langedråg sind es etwa 60 Seemeilen. Bei passendem Wind kein Problem, aber wann gibt es den schon ?

Auf den ersten 5 Meilen war es nahezu perfekt: Sonne war da, Richtung und Stärke des Windes super. Dazu eine moderate Welle. Was will das Seglerherz mehr.

Abschied von Anholt
Angenehmes Segeln

Dann eine leichte Winddrehung etwas achterlicher, auch kein Problem, denn so kam der Gennaker zu seinem Einsatz und versprach eine sportliche Fahrt. Leider nahm der Wind weiter ab, so dass auch der „Geni“ in sich zusammenfiel.

Mit dem Gennaker unterwegs

Es folgten 50 Meilen unter Motor über das nahezu spiegelglatte Kattegatt. Es ist heute kaum vorzustellen, wie das Meer hier bei nur wenigen Windstärken mehr brodelt.

Beim Anblick der ersten Schären wich der leichte Frust über den Wind. Allein beim Anblick des kleinen Leuchtturms auf Valö am Eingang des Göteborger Schärengartens und dem direkt dahinter einsetzenden Gewusel von Segel- und Motorbooten stieg die Vorfreude auf dieses schöne Fleckchen. Um 1830 waren wir dann fest in Langedråg und konnten später den Sonnenuntergang hinter den Schären genießen.

Leuchtturm Valö am Eingang zum Göteborger Schärengarten
GKSS Marina Langedråg
Sundowner

Aufbruch am Sonntag

Um 6:00 Uhr klingelt der Wecker. Soweit nicht ungewöhnlich, aber an einem Sonntag ?!?!

Wir wollen möglichst früh los, aber 33 % der Crew müssen unbedingt vor der Abfahrt noch duschen, Kaffee wird gekocht und der Skipper frühstückt noch. Letztlich ist es 07:15 Uhr bis der Motor angeht. Blöderweise beginnt scheinbar jetzt das Navi rumzuzicken. Keine GPS-Position !

So ein Mist, war doch schon eine Woche vorher ein zu geringer Vorschub bei Motorfahrt ein möglicher Scheiterfaktor für den Törn nach Schweden. Durch die Reinigung der Dieselfilter und vor allem der Schraube wurde dies erfolgreich gelöst. Das Navi heilte sich dann von selbst: nach 10 Minuten war auch die Position da, vielleicht waren die Satelliten einfach so früh noch nicht wach ?

So wie der Wind der eher schwach von achtern wehte. Während wir im letzten Jahr über Kopenhagen und den Öresund fuhren, sollte es diesmal über Langeland, den Großen Belt und Anholt nach Göteborg gehen. Den Plan, die südschwedische Küste anzulaufen hatten wir windbedingt verworfen.

Bis hinter Fehmarn ging es fast nur mit Motor, nur die Fehmarnsundbrücke konnte „ersegelt“ werden. Der Skipper wurde unruhig, denn für knapp 30 Stunden Motorfahrt war weder die Stimmung an Bord noch der Tank wirklich gerüstet. Aber dann kam der Wind mit dem Regen als ständiger Begleiter bis zur Großen Beltbrücke (Storebaeltsbron) die wir gegen 21:00 erreichten.

Abfahrt aus Grömitz

Bis zu einer Höhe von 18 Metern sollte man die westliche nehmen, wir haben 16 Meter.

Da wenig Schiffsverkehr herrschte wagten wir uns an die Hauptdurchfahrt. Es war wirklich beeindruckend und der Sonnenuntergang machte es nochmal schöner.

Während der Nacht nahm der Schiffsverkehr nördlich von Fünen bis hinter Samsö zu. Mehrere Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg von Kiel nach Kopenhagen überholten uns. Die Fähren von Oslo und Göteborg nach Kiel kamen uns entgegen. Trotzdem hat die Nacht auf See immer einen schönen Reiz. Auch wenn es hier oben nicht stockdunkel wird sondern man immer eine leichte Helligkeit am nördlichen Himmel sieht, ist der Sternenhimmel(zwischen den Wolken) gut sichtbar. Ebenso einige Sternschnuppen. Bei moderatem Wetter und passendem Wind ist es einfach schön, auch wenn die Müdigkeit zehrt.

Am Vormittag kam dann in der Ferne die Insel Anholt in Sicht. Dazu Sonnenschein um die feuchten Klamotten zu trocknen. Herrlich, da macht die Fahrt gleich doppelt Spaß und die Hoffnung auf einen tollen Nachmittag auf Anholt motivierte zusätzlich.

Aber es würde nicht zu diesem Sommer 2023 passen ! Also kamen die ersten dunklen Wolken am Horizont auf und kurz vor Anholt fing es dann auch an zu schütten. Super !

Als wir kurz nach 12 auf Anholt anlegten war der Hafen noch gut gefüllt. Nur wenige Segler und Motorboote hatten sich raus getraut. Trotzdem bekamen wir problemlos einen guten Platz und hatten nach 171 Seemeilen, 29 Stunden mit 70 % Regen und Wind um 5-6 Beaufort von achtern wieder festen Boden unter den Füßen. Am Ende waren es nur ganze 7 Stunden mit Motor, die Befürchtungen vom Start also völlig unbegründet.

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf machten wir uns auf den Weg um die Insel zu erkunden. Anholt ist etwa 22 Quadratkilometer groß und die dänische Insel mit dem größten Abstand zum Festland: 45 Kilometer bzw. 25 Seemeilen. Bornholm liegt zwar weiter von dänischen „Kernland“ entfernt, bis zur schwedischen Küste sind es aber nur 36 km.

Einen Großteil der Insel macht die unter Naturschutz stehende Heidelandschaft „Örkenen“ (dt. Wüste) aus. Sie ist ein Überbleibsel der Rodung großer Kieferwälder im 17. Jahrhundert. Die Insel ist außerdem durch zwei Erhebungen, den Nordberg (39 Meter) und den Südberg (48 Meter), geprägt.
Die zentrale Ortschaft ist ähnlich der auf den kleinen Inseln südlich von Fünen: Höfe, ein Supermarkt, einzelne Restaurants, eine Kirche und große Felder. Ein Highlight sind auch die langen Sandstrände, einer direkt neben dem Hafen gelegen.

Einen Großteil der Insel macht die unter Naturschutz stehende Heidelandschaft „Örkenen“ (dt. Wüste) aus. Sie ist ein Überbleibsel der Rodung großer Kieferwälder im 17. Jahrhundert. Die Insel ist außerdem durch zwei Erhebungen, den Nordberg (39 Meter) und den Südberg (48 Meter), geprägt.
Die zentrale Ortschaft ist ähnlich der auf den kleinen Inseln südlich von Fünen: Höfe, ein Supermarkt, einzelne Restaurants, eine Kirche und große Felder. Ein Highlight sind auch die langen Sandstrände, einer direkt neben dem Hafen gelegen.

Auf dem „Nordbjerg“ gibt es einen Wanderweg durch Heide und Gestrüpp zu einem Aussichtpunkt „Utsikten“ von dem aus man einen herrlichen Blick über die „Örkenen“ zum Leuchtturm und über das Meer hat. Vn dort aus ging es runter in den Ort. Vorbei an einem Restaurant und dem Supermarkt ging es durch eine hügelige Felderlandschaft zurück zum Hafen.

Am Mittag des nächsten Tages kehrten wir im Restaurant „Den game Oliegrund“ ein, wo wir schon am Vorabend ziemlich gut gegessen haben. Der Name heißt übrigens auf Deutsch „Zum alten Ölfeld“, warum auch immer.

Obwohl die Entfernungen auf den ersten Blick nicht groß sind, mieteten wir Fahrräder. Die freundliche Vermieterin machte uns noch kurz darauf aufmerksam, dass man die „Örkenen“ nicht befahren dürfte da es Naturschutzgebiet ist.

Wir hielten uns natürlich daran und fuhren die vorhandene Straße soweit es geht bis kurz vor den Strand. Zum Leuchtturm sind es noch einige Kilometer zu Fuß, die wir uns ersparten.

Stattdessen führte uns der Weg auf die andere Seite der Insel zum „Sönderbjerg“ von dem wir nach einem akzeptablen Aufstieg den tollen Ausblick genossen.

Nach einem kurzen Stopp beim Supermarkt gaben wir die Räder nach knapp 2 Stunden wieder ab und begannen uns ausruhend auf die Tour des Folgetages vorzubereiten.

Beim am Abend einsetzenden Regen grillten wir mit dem Gasgrill an Bord, denn am nächsten Morgen sollte es früh weiter nach Göteborg gehen.

Der Hafen von Anholt wirbt übrigens selbstbewusst damit, dass jeder Segler in seinem Leben einmal dort gewesen sein muss. Letztlich ist der Hafen aber wohl vor allem im Sommer oft überfüllt. Aufgrund der Witterung hatten wir Glück. Aber ja: die Insel ist wirklich schön, ob wir sie trotzdem mit tausenden von Seglern in den Sommermonaten erleben möchten ? Eher nicht.

Trotzdem glänzt der Hafen mit engagierten Mitarbeitern die versuchen jedem Boot noch einen Platz zu organisieren. Selbst bei strömendem Regen fuhr der Hafenmeister unermüdlich mit seinem Schlauchboot um neue Gäste einzuweisen. Die Sanitäranlagen sind gut und der Grillplatz mit großen Gasgrills sehr schön und praktisch.

Was bleibt ?

Vier Wochen Segelurlaub an der schwedischen Westküste. Was bleibt an Erinnerungen?

Allem voran eine wunderschöne und immer wieder beeindruckende Landschaft. Karge Felsen und eine Vegetation, die sich den oft rauen Bedingungen angepasst hat. Bäume sind, wenn überhaupt vorhanden, meistens niedrig. Es dominieren Farne, Flechten, Heide und Büsche. Wer saftige Wiesen und üppige Wälder sucht wird hier wohl nicht glücklich. Wir fühlten uns oft an das Klima der irischen Westküste erinnert, auch wenn diese viel höhere Felsen hat.
Nautisch ist das Revier allerdings oft eine Herausforderung. Nicht jeder Stein, der aus dem Wasser guckt, oder auch kurz darunter ist, ist mit einem Seezeichen versehen. Oft erkennt man nur anhand der Karte und den sich mitten auf dem Wasser brechenden Wellen, dass dort ein Hindernis ist. Man wundert sich oft, dass man nur wenige Meter neben Felsen fährt und trotzdem mehr als 50 Meter Wassertiefe hat. Die tiefste Stelle, die wir gesehen haben, war 150 Meter, etwa 30 Meter neben dem Ufer.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, das Boot mittels mitgebrachter Stahlwinkel (sogenannte Schärenkanker) irgendwo in der (vermeintlichen) Einsamkeit fest zu machen. Dies setzt aber gute Revierkenntnis voraus, denn die „bekannten“ Stellen sind zumindest im Hochsommer meist überfüllt. Es gibt viele Häfen, aber nach einem anderen System als wir es aus Deutschland, den Niederlanden oder Dänemark kennen. Oft gibt es nur wenige Gastplätze, manchmal gar keine. Die sanitären Anlagen sind fast durchweg unterhalb des uns aus D, NL oder DK bekannten Standards.
Dafür sind die Liegegebühren um einiges höher je weiter nördlich man kommt. Da waren 26 € im Süden schon ein Schnäppchen. Es ging bis zum Doppelten und darüber hinaus. Aber da die raren Liegeplätze voll sind, bleibt einem nichts anderes übrig, wenn man in den Hafen will.
Wir sind zumindest an den „Hotspots“ wie Göteborg, Smögen und Marstrand mit der Vorreservierung (mit Aufpreis natürlich !!) gut gefahren. Teilweise waren diese Plätze Tage oder im Fall Göteborg auch Wochen im Voraus ausgebucht.

Die höheren Preise zeigen sich auch beim Essen im Restaurant oder sogar der Imbissbude. 15€ oder 16€ für ein Einfachstgericht wie Fish & Chips lassen sich in Deutschland selbst in Urlaubsregionen kaum durchsetzen. Ob die Preise im Supermarkt niedriger oder höher als in Deutschland sind kann ich nicht wirklich beurteilen. Es ist schwer, Urlaubsregionen miteinander zu vergleichen.
Teurer und schwerer zu beschaffen ist auf jeden Fall alles mit Alkohol>3,5 %. Wer abends gerne einen Wein als Sundowner genießt muss dies frühzeitig planen. Alkohol gibt es nur in den staatlichen Geschäften (Systembolaget) und diese gibt es nur in den größeren Orten. Wir haben nur in Göteborg und Malmö entsprechende Geschäfte gefunden.

Das „zur Sicherheit“ am Geldautomaten in Göteborg abgehobene Bargeld haben wir nicht benötigt. Im Gegenteil: oft war nur Kartenzahlung möglich oder wurde zumindest erwartet. Bewusst habe ich auch niemanden gesehen, der irgendwo bar gezahlt hat.

Aufwendig ist mit Sicherheit die Anreise, denn die 250 Sm aus der Lübecker Bucht nach Göteborg wollen erst mal absolviert sein. Bei 6 Knoten Fahrt sind es locker 2 Tage. Für unsere Zweimann-Crew war es gut, nach einer durchgefahren Nacht eine Nacht Pause im Hafen zu machen und am nächsten Tag ausgeruht die letzte Etappe zu absolvieren. Mehr Etappen mit Nachtpausen im Hafen hätten die Anreise nicht angenehmer gemacht. 5 Tage hintereinander jeweils 50 Meilen zu fahren macht nicht jedem Spaß. Verbesserungswürdig ist auf jeden Fall unser Schlafmanagement und Wachsystem. Zeitweise saßen wir nachts zu zweit an Deck, wo einer hätte schlafen dürfen, aber nicht schlafen konnte.

Es war eine rundum wunderschöne Reise auf eigenem Kiel mit vielen bleibenden Eindrücken und bestimmt nicht unsere letzte Tour in dieser Gegend, aber genauso reizt die schwedische Südküste, die Ostküste und der Göta-Kanal. Mal sehen wann, aber das wir dorthin fahren, ist das Ziel !

Malmö

In Malmö lagen wir in der „Dockan Marina“, deren Hafenbecken das ehemalige Dock einer Werft war. Wie in vielen Orten konnte auch hier die Werftenindustrie nicht überleben und die Stadt entschied sich dazu, ebenso wie in Göteborg auf dem Gelände der Eriksberg Werft, nach jahrelangem Leerstand einen neuen Stadtteil zu bauen. Das Umfeld des Hafenbeckens ist gesäumt von Wohn- und Geschäftshäusern in unterschiedlichen Baustilen.

Fahrräder der „Dockan Marina“

Trotz der Citynähe ist es erstaunlich ruhig dort und es gibt im Hafenbüro kostenfrei Fahrräder zu leihen., denn Malmö ist eine Fahrradstadt. Überall findet man breite Radwege und es sind erheblich mehr Fahrräder als Autos unterwegs. Staus auf den Straßen haben wir nicht gesehen, aber überfüllte Fahrradabstellplätze und viele Fahrradwegweiser.

Schon von weitem konnten wir morgens bei der Anfahrt über den Öresund „das“ oder zumindest eines der Wahrzeichen von Göteborg erkennen: den „Turning Torso“. Dieses 190 Meter hohe und mit 54 Etagen ausgestattete Wohn- und Geschäftshaus ist das höchste Wohngebäude in Skandinavien und das dritthöchste in Europa. Das Hochhaus ist genauso wie die Dockan Marina ein Teil des neu geschaffenen Stadtteils „Västra Hamnen“ (Westhafen), der ab 2001 auf einer Industriebrache entstanden ist. Der Stadtteil ist nachhaltig gebaut und die Energieversorgung basiert auf erneuerbaren Rohstoffen. Im Stadtteil gibt es viele Grünflächen und Teiche sowie einen großen Skaterpark. Unsere Radtour führte uns als erstes hier her. Von einem schönen Aussichtsplatz konnte man auch einen herrlichen Blick auf die Öresund-Brücke bekommen.

Turning Torso vor der Skyline von „Västra Hamnen“
Öresund-Brücke

Anschließend fuhren wir zum Schloss Malmöhus, das älteste erhaltene Residenzschloss in Schweden, das heute ein Kunstmuseum beherbergt.
Weiter ging es in die Innenstadt. Zunächst zum Stortorget (Großer Platz), der im 16. Jahrhundert entstanden ist und an dem das Rathaus liegt. Leider war der Blick etwas durch den Aufbau von Bühnen für das „Malmö-Festival“ blockiert. Ganz in der Nähe befindet sich auch die St.Petri Kyrka aus dem 14. Jahrhundert, die nicht nur das älteste Gebäude in Malmö ist sondern angeblich von der Lübecker Marienkirche inspiriert ist.

St. Petri Kirche

Es ging weiter zu den „Saluhallen“, einer Markthalle mit vielen Ständen für Fisch, Fleisch und Gemüse. Dort genossen wir leckere Burger und ein Eis, das angeblich das beste Eis von Malmö sein soll. Tatsächlich war es extrem lecker.

Auf dem Rückweg mussten wir noch den notwendigen Einkauf in einem großen Supermarkt erledigen. Supermärkte in anderen Ländern haben immer einen besonderen Reiz, weil es viele Produkte gibt, die wir in unseren deutschen Märkten nicht haben. So wanderten wieder einige Produkte in unseren Wagen, die nicht auf unserem Einkaufszettel standen.

Nach dem Frühstück starteten wir den zweiten Teil unserer Stadtbesichtigung auf zwei Rädern. Der Weg führte uns zunächst in den „Folkets Park“. Er wurde 1893 eingeweiht und ist der älteste Vergnügungspark in Schweden. Sein Aufbau wurde inspiriert vom Tivoli und Kopenhagen und war vor allem in seiner Anfangszeit stark von der Arbeiterbewegung geprägt. Es gibt verschiedene Themenhäuser mit Attraktionen und dazu Cafes und Restaurants. Während der Park selbst kostenfrei ist, müssen einige diese Attraktionen bezahlt werden.

In Malmö leben mehr als 170 Nationen, dies sieht man im Stadtbild und besonders im Umfeld des Möllevångstorget, den wir als nächstes besuchten. Restaurants und Imbisse aus vielen Ländern finden sich in seinem Umfeld.

Möllevångstorget

Weiter ging es durch eine Fussgängerzone zur Davidshallbrücke. Dort sind entlang der Brückengeländer Nachbildungen der Schuhe von Malmöer Künstlern verewigt. Unter anderem von der Hollywood-Schauspielerin Anita Ekberg und weiteren Schauspielern, Musikern und Opernsängern.

Fussgängerzone

Schuhe auf der Davidshallsbron

Einen schönen Gegesatz zu den vielen moderen Gebäude in Malmö stellt der „Lilla Torg“ (Kleiner Platz) dar. Er wurde im 16. Jahrhundert gebaut, weil der neben an gelegene „Stortorget“ zu klein wurde. Er ist mit Kopfsteinpflaster gepflastert und von vielen Restaurants umgeben.

In einem der Restaurants konnten wir dann endlich, nachdem es in Westschweden vor allem Fisch und Krabben gab, auch „Köttbullar“ essen. Dies ist angeblich ein schwedisches Nationalgericht. Dabei handelt es sich um kleine Frikadellen, Kartoffelpürree mit viel Muskat, Gurkensalat und Preisebeeren. Natürlich gibt es dies auch in jedem IKEA-Restaurant, aber das ist natürlich nicht vergleichbar mit dem leckeren Essen, das wir genießen konnten. „Köttbullar“ bedeutet übrigens „Fleisch-Brötchen“.

Köttbullar

Nach einer ausgiebigen Mittagspause fuhren wir am späten Nachmittag zum Ribersborgstrand. Von dem 2,5 Kilometer langen Strand hat man einen schönen Blick zum Västra Hamnen mit dem Turning Torso sowie auf die Öresundbrücke. Am Strand befindet sich, über eine 300 m lange Seebrücke verbunden, das 1898 eingeweihte „Kallbadhus Ribersborg“. Dies ist eine Meerwasserbadeanstalt mit Saunen und Wellness, getrennt nach Männern und Frauen, denn es ist eine reine FKK-Badeanstalt. Wir begnügten uns stattdessen mit dem langen Sandstrand und dem sehr seichten Wasser.

Am Abend genossen wir noch mal einen schönen Sonnenuntergang in der Hafenstimmung.

Wie erwartet begrüßte uns der nächste Tag mit absoluter Flaute, so dass wir die 50 Seemeilen bis zu unserem Zwischenziel, der Insel Mön, in 9,5 Stunden vollständig unter Motor absolvieren mussten. Für Segler gibt es Schöneres. Dafür wurden wir aber mit tollen Blicken zunächst auf die Öresundbrücke und später dann auf die 6 km langen und bis zu 128 m hohen Klippen von Mön belohnt.

Überfahrt nach Malmö

Die Überfahrt war von Wind und Welle her gesehen zunächst sehr angenehm. Toll wäre natürlich dazu blauer Himmel und ein schöner roter Sonnenuntergang über dem Meer gewesen. Aber man kann nicht alles haben.

Wenige Meilen vor der Einfahrt in den Öresund gelang es unsjedoch leider nicht mehr, den Regengebieten auszuweichen. Wir wurden reichlich nass und vor allem die Sicht war auf ein Minimum eingeschränkt. Mit dem recht starken Verkehr der Berufsschiffahrt hatten wir ja schon auf der Anfahrt Richtung Norden zu kämpfen. Aber das in unserer elektronischen Seekarte integrierte „AIS“-System (Automatic Identification System) zeigte uns gut, wer da wo und mit welcher Geschwindigkeit unterwegs war. Auch wenn wir die anderen nicht sahen.
Neben einigen Frachter trafen wir auch ein MSC Kreuzfahrtschiff bei der Abfahrt aus Kopenhagen. Während dort das Abendbuffet und die Cocktails genossen wurden, freuten wir uns als der Regen nachließ.

Dinner aus dem Bordbistro

Pünktlich mit Einbruch der Nacht hatten wir die Nordspitze der Halbinsel „Kullen“ an der Einfahrt zum Öresund erreicht. Genauso pünktlich setzte der Regen ein und zum allem Überfluss fiel auch noch das AIS bei uns aus. Wir konnten also nur noch versuchen unser Umfeld in dunkler Nacht anhand der Positionslichter zu identifizieren. Zum Glück konnten wir unsere eigene Position noch auf der elektronischen Seekarte erkennen. Wir wussten also, wo wir waren, aber nicht wo die anderen sind. Klar, man hat Jahrhunderte ohne diese moderne Technik navigiert. Ist nur etwas ungewohnt und gruselig, wenn man erstmals in einer solchen Situation ist und noch nie in wirklicher, schwarzer, Dunkelheit auf dem Wasser war. Auf der Hinfahrt vor 3,5 Wochen war klarer Himmel mit „Nichtmehrganz“-Vollmond und auch die Sonne war die Nacht über als roter Schein am Horizont zu erkennen.
Dazu mussten wir noch das Hauptfahrwasser kreuzen. Danach hielten wir uns immer außerhalb des Fahrwassers um eine Gefährdung durch die Grossschiffahrt zu vermeiden. Mittels „Marine Traffic“ konnten wir wenigsten abschätzen, welches Schiff von wo kam. Meistens sahen wir sie erst neben uns.

Kurz hinter der Fähre Helsingör (DK) nach Helsingborg (S) kam der Wind erst von vorne und schlief dann ganz ein. Dafür klarte der Himmel mit Sonnenaufgang etwas auf und wir liefen um 1000 Uhr in Malmö ein. Wir suchten uns einen freien Liegeplatz und konnten diesen auch nach Rücksprache mit dem Hafenmeistergehilfen auch behalten. Hurra, nach 128 Seemeilen waren wir müde angekommen. Zum Glück wärmte uns die Sonne ausreichend, denn die Nacht war wieder A…kalt und dazu noch sehr nass.

Vrangö

Nach dem regnerischen Abend zeigte uns Rörö am Morgen eine andere Seite mit herrlicher Sonne. Leider konnten wir den Aufenthalt nicht verlängern, denn für den nächsten Tag war starker Wind angesagt, der die leider langsam notwendige Fahrt Richtung Süden sehr unbequem gemacht hätte. Wir brauchten einen Hafen, um den nächsten Tag abzuwettern. Idealerweise sollte er im südlichen Bereich der Göteborger Schären liegen, denn am Tag nach dem Sturm sollte es auf den großen Schlag nach Malmö gehen.

Unser Wahl fiel auf Vrangö, der am weitesten südlich liegende Hafen in diesem Gebiet. Wegen des aufkommenden Sturms hätte ich gerne die windgeschützte Mole zum Anlegen genutzt, aber dafür hätten wir früher aufstehen müssen: alles voll !
Also gingen wir an den Steg mit dem Heck im Wind, was wir aber im Lauf des Nachmittages änderten und das Boot um 180° drehten. Bereits am Abend zeigte sich, dass dies eine gute Entscheidung war. Der Wind nahm spürbar zu und drückte die Boote seitlich weg, denn am Bug war lediglich eine Mooring Leine befestigt, d.h. eine einzelne Leine, die vom einem auf dem Grund liegenden Betonblock nach oben geht. Diese bietet aufgrund der Länge und Zugrichtung dem Boot mehr Bewegungsraum.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die nähere Umgebung, inklusive einer Wanderung auf den Felsen mit dem Lotsenausguck aus früheren Jahren, bauten wir unseren kleinen Gasgrill bei den Tischen hinter der geschützten Mole auf und genossen unser Abend-BBQ.

Währenddessen baute der Stegnachbar „mal eben“ die Befestigung der Boote um. Er nahm unsere Vorleine als zweite Absicherung für sein Boot und montierte bei uns eine andere Mooring Leine. Naja, normalerweise fragt man, ob man bei jemand anderem aufs Boot darf. Dann auch noch selbstständig die Leinen umzubauen ist schon etwas ungewöhnlich. Da er offensichtlich wusste, was er tat und keinen Schaden anrichtete war es knapp akzeptabel.
Wir nahmen dies aber zum Anlass auch unser Boot mit einer zweiten Leine vom freien Liegeplatz neben uns am Bug zu sichern, der seitliche Wind nahm mittlerweile erheblich zu und sollte auch die nächsten 36 Stunden nicht abnehmen.

Den folgenden Sturmtag nutzen wir um die zwei Naturwanderwege abzugehen, uns auszuruhen und die örtliche Spezialität „Kräftor & Chips“ zu essen. Hierbei handelt es sich um eine frittierte, lokal gefangene Krabbenart und dazu Pommes Frites.

Blick auf Kungsö, unsere erste Ankerbucht vor 2,5 Wochen
Kräftör & Chips

Der örtliche Fischer verkaufte auch nachmittags seinen Fang direkt vom Kutter, dies haben wir aber diesmal nicht genutzt.

Am nächsten Tag, hatten wir genug Zeit, bis zur Abfahrt. Bei einer Strecke von fast 130 Seemeilen und geschätzten Fahrzeit von 22 bis 24 Stunden ist eine genaue Ankunft zwar schwer zu planen, aber der reservierte Liegeplatz in Malmö stand erst ab 1200 Uhr zur Verfügung. Eine Ankunft mitten in der Nacht machte da keinen Sinn. Um 1100 Uhr legten wir dann schließlich ab und begannen den endgültigen Abschied aus dieser für uns so schönen und faszinierenden Landschaft.

Rörö

Der Morgen war noch nicht sonnig, aber der Wetterbericht eigentlich nicht so schlecht. Der Sturm sollte erst 2 Tage später kommen. Eine Gewittergefahr gab es für den Nachmittag, aber bis dahin wollten wir auf Rörö sein. Eine weitere Inseln etwas südlicher und im nördlichen Bereich des Göteborger Schärengartens.

Auf dem Weg dorthin wollten wir unbedingt noch den Leuchturm Pater Noster auf der Insel Hamneskär besuchen, den wir in den zwei Tagen unseres Aufenthaltes oft in der Ferne gesehen haben. Außerdem ist es der Handlungsort des Romans „Die Tochter des Leuchtturmmeisters“ von Ann Rosman, dass ich nach dem Aufenthalt in Marstrand zu lesen begonnen habe.

Bei der Anfahrt an den Leuchtturm war es leider etwas bewölkt, dies sollte uns aber nicht von vielen Fotos und Selfies abhalten. Der Wind kam weiterhin aus Süd, also direkt gegen an, so dass wir einige Zeit kreuzen wollten. Nach einiger Zeit, wir hatten uns noch nicht weit vom Leuchtturm entfernt riss die Wolkendecke auf und der Leuchtturm erstrahlte. Okay, also die Segel weg und mit Vollgas zurück zum Leuchtturm um noch die ersehnten Sonnenbilder zu fotografieren. Wieder Selfies, wieder viele Bilder bevor es weiterging. Nun hatten wir also das Skagerrak verlassen, der Leuchtturm bildet die Grenze zum Kattegatt, dass und gleich mit 1 bis 1,5 Knoten Strom von vorne begrüßte. Kein Wunder bei der Windrichtung.

Plötzlich tauchten dunkle Wolken am Horizont auf, ein Blick in das Regenradar der Wetterapp bestätigte die Vorahnung: ein heftiges Gewitter befand sich noch auf der dänischen Seite des Kattegatts, kam aber beständig näher. Nach erster Abschätzung sollte es gegen 1600 Uhr die Inseln erreichen. Laut Navigation sollten wir um 1545 Uhr auf Rörö sein. Zieht das Gewitter schneller, wird es knapp oder wir nass !! Also Gashebel ganz durchgedrückt und quer durch die Lücken zwischen den Schären gefahren.

Wie befürchtet zog das Schietwetter aber schneller !
Etwa 2 Meilen vor dem Hafen begann es erst leicht und dann immer heftiger zu regnen. Wir hatten zum Glück wieder einen Platz vor reserviert und konnten deshalb an den kreisenden Booten, die auf der Suche nach einem freien Platz in dem vollen Hafen waren, vorbeirauschen. Beim Anlegen sprang spontan eine nette Dame vom schwedischen Nachbarboot in den Regen um unsere Leinen anzunehmen.
Wir waren schon komplett nass und sprangen nur noch unter Deck.
Eine kurze Regenlücke konnten wir nutzen um im Supermarkt auf der anderen Hafenseite schnell noch ein paar Dinge einzukaufen. Danach schüttete es weiter bis eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Als es aufhörte sind wir dann natürlich noch kurz los um die Umgebung zu erforschen. Wie sollte es anders sein: es gab natürlich ein Naturschutzgebiet mit Wanderwegen und wild lebenden Pferden und Schafen. Also los !
Aufgrund des Regens war der Weg teilweise extrem Nass und führte über Bäche, an anderen Stellen ging er über reines Geröll von Steinen.
Aber wir fanden sowohl die Schafe und die Pferde und sahen auch einen wieder sehr schönen Sonnenuntergang über dem Kattegatt.
Die Landschaft hier oben fasziniert immer noch und immer wieder.

Klädesholmen

Nach dem Frühstück mit frischen leckeren frischen Brötchen und Zimtschnecken aus dem Shop am Hafen von Fiskebäckskil mussten wir zunächst tanken. Es standen 3 Tage mit Wind aus Süd vor uns, also die Richtung, in die wir wollten. Kreuzen war für mich in den teils engen Schärengewässern keine wirkliche Option.
Vorläufiges Ziel sollte die Insel Stora Dyrön sein, etwa 28 Meilen entfernt. Reserviert hatten wir nicht, aber im Umkreis gibt es laut Harbour Guide einige Häfen und Ankerbuchten als Alternative.
Nach der Abfahrt fanden wir uns in einem Verkehr wie in einer Großstadt zu Feierabend wieder. Viele Segler unter Motor und beim Kreuzen, Motorboote in allen Geschwindigkeitsklassen kreuz und quer. Es war etwas anstrengend.

Nach einigen Meilen entschieden wir uns, das enge Fahrwasser zwischen den Schären zu verlassen und hoch am Wind außerhalb der Schären zu segeln. Allerdings war es immer hart an der Grenze der Möglichkeit, oft kam der Wind nach kleinen Drehern doch von vorne. Mehrere Male wechselten wir vom kreuzenden Segeln zum Motor.

Je weiter wir südlich kamen, desto mehr nahmen der Wind und auch die Welle, die hier ungebremst aus dem Skagerrak kommt, zu. Dazu kam dann noch ein leichter Regen. Wind und Wellen von vorne, Regen und Motorfahrt sind keine Bedingungen, die wirklich Spaß machen. Es geht nur darum, möglichst schnell durchzukommen. Wäre bei den Bedingungen die Fahrt „unter Land“ doch besser gewesen ? Bei dem vielen Verkehr wohl weniger ruppig, aber nicht wirklich entspannter.

Wir nahmen deshalb den ersten erreichbaren Hafen um nach einem möglichen Liegeplatz zu schauen. Wir hatten tatsächlich Glück, nachdem wir die enge Einfahrt der Insel Klädesholmen passiert hatten, fanden wir dort noch einige freie Plätze.

Lage der Insel Klädesholmen

Das Hafenbecken wird durch die Insel selbst und ihre Nachbarinsel Koholmen gebildet. Die Insel hat eine lange Fischfangtradition bis ins 16. Jahrhundert, doch vor allem im 19. Jahrhundert war Klädesholmen ein Zentrum der Heringsverarbeitung. Laut Chronik war hier der Hering das, was am Klondike das Gold war: Arbeit und Einkommen für viele Menschen, aber auch die Hoffnung auf Reichtum.
Wir lernten aus den Hafeninformationen, dass es hier auch heute noch einige Fabriken zur Heringsverarbeitung gibt. Die Produkte werden nicht nur im Fabrikverkauf und dem örtlichen Supermarkt angeboten sondern die Marke „Klädesholmen“ produziert für sämtliche IKEA-Fillialen weltweit. Klädesholmen stellt die Hälfte der schwedischen Produktion an Heringskonserven her. Was man nicht alles lernt, wenn man unverhofft einen unbekannten Hafen anläuft ! Während wir vor wenigen Stunden dies noch nicht ahnten, fanden wir uns schnell im Supermarkt mit einer größeren Auswahl der hier hergestellten Konserven im Einkaufswagen wieder.
Nach der Rückkehr vom Supermarkt nahm der Wind weiter zu und es begann heftig zu regnen. Der Rest des Abends fand also unter Deck bei neuen Kartoffeln, geräuchertem Lachs, Schmand mit Dill und einer Packung Heringshappen statt.

„Werksverkauf“ im örtlichen Supermarkt
Hafentag-Wetter

Die ganze Nacht hindurch stürmte es weiter mit Windstärke 5-6 und 7er Böen. Weil es am Morgen zunächst nicht wirklich besser war, entschieden wir uns zu einem Hafentag auf dieser Insel. Wir hatten zwischenzeitlich herausgefunden, dass es drei durch Brücken verbunde Inseln weiter, auf Tjörn, eine Sauerteigbäckerei gibt, die Mittags aus Pizza aus Sauerteig anbietet. Als es tatsächlich draußen heller wurde machten wir uns zu Fuss auf den Weg zu der 2,5 km entfernten Bäckerei „Lottas Bak & Form“.
Dort herrschte schon großer Andrang auf das dort gebackene Brot, Kuchen und natürlich die Pizza. Wir bestellten gleich den „Pizza-Lunch“ mit Pizza, Salat und Kaffee. Leitungswasser ist beim Essen ist in Schweden ja ohnehin enthalten. Für deutsche Gastronomen ist das häufig leider (noch) keine Option. Das der Salat nicht separat, sondern auf der extrem leckeren Pizza serviert wurde, war eine ungeahnte Variante. Auf der vegetarischen Pizza, die eher eine Art Flammkuchen war, fanden sich viele regionale Gemüsesorten bis hin zu Blütenblättern, die wir als Ringelblume identifizierten.
Natürlich erstanden wir auch noch ein kräftiges Sonnenblumenbrot und machten uns auf den Heimweg.

Pizza mit Salat

Mittlerweile kam auch mehr und mehr die Sonne raus, der Wind ließ nach und das eine oder andere Boot verließ doch noch den Hafen. Morgen werden auch wir weiterfahren, die Windrichtung bleibt uns wohl erhalten, aber trotzdem werden wir uns hoffentlich ohne Regen weiter Richtung Süden bewegen.

Fiskebäckskil

Nach einem kräftigen Regenschauer in der Nacht war der Morgen trocken und erste Wolkenlücken zeigten blauen Himmel. Nach dem Frühstück an Deck legten wir gegen 10:30 ab. Das Tagesziel sollte Fiskebäckskil sein, eine Strecke von etwa 25 Seemeilen in Richung Süden. Ein Blick in die Wetterapp versprach guten Wind aus West, so dass die Entscheidung gegen eine längere Motortour durch enge Schärengewässer sondern für eine schöne Segelstrecke an der Küste entlang fiel. Zunächst genossen wir aber die weitere Durchfahrt durch den Hamburgsund.

Leider entpuppte sich der Westwind eher als Südwind, der genau gegen an stand. Kurzentschlossen fuhren wir direkt in Richtung der Einfahrt des Sotenkanals.

Der Sotenkanal verbindet Hunnebostrand und Smögen auf einer Strecke von knapp 5 km und sollte zu seiner Zeit des Baus in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zum Einen arbeitslose Steinmetze beschäftigen aber auch der Schiffahrt den Weg durch die Gewässer der Schären dort ersparen. Der Kanal ist an der schmalsten Stelle 15 m breit und hat eine Tiefe von 4,5 m. Etwa in der Mitte der Strecke gibt es eine Drehbrücke mit einer Durchfahrthöhe von 5,7 m, Segelboote sind also auf eine Öffnung angewiesen.

Die Durchfahrt durch den Kanal war wieder sehr beeindruckend. Neben der Strecke gibt es Wiesen, auf denen Rinder grasen und Wälder. Beides ist in dieser wetter- und sturmgeprägten Region Westschwedens eher selten. In Teilbereichen konnte man aber auch gut erkennen, wo der Kanal in den Stein gehauen wurde. Hier ist es besonders eng, bei dem regen Verkehr in beide Fahrtrichtungen eine Herausforderung. Wir hatten außerdem Glück: die Brücke war geöffnet und schloss sich erst hinter uns.

Ab Smögen konnten wir dann wieder auf das Skagerrak raus und parallel zur Küstenlinie bei gutem Wind und Welle segeln.

Leuchtturm vor Smögen

Fiskebäckskil begrüßte uns wieder mit kleinen roten Bootshäusern. Der Yachthafen Lyckans Slip war im Vergleich zu den bisher besuchten Häfen sehr komfortabel mit sehr angenehmen Sanitäreinrichtungen.:

Der Ort selber bietet schöne kleine Gassen mit schönen Häusern und immer wiederkehrenden Blicken auf das Wasser

Morgen geht es weiter Richtung Süden, nur wird der Wind uns die nächsten Tage wohl nicht unterstützen, sondern weiter aus Süd wehen.