Auf geht’s !

20160702_122316Das Abenteuer beginnt ! Allerdings ist die Herausforderung doch größer als geplant, denn die eigentlich gebuchte Sportina 680 war nicht ganz das was ich mir vorgestellt hatte. Okay, bei einem Charterboot erwartet man ja nicht unbedingt eine super wohnliche Atmosphäre und eine nackte Plastikschale in die nur die Polster gelegt  wurden ist auch mal prima. Doch für 2 Wochen etwas sehr dürftig. Ich habe leider gemerkt, dass ich doch schon ziemlich verwöhnt bin. Die Größe wäre okay gewesen, meine Dehlya 22 ist ja ähnlich, aber das Boot war doch arg verwohnt und von einem unangenehmen Benzingeruch durchzogen.

Bei der Frage nach Alternativen waren nur noch eine Bavaria 32 und eine Feeling  32 frei. Oops ! Das erste Mal einhand und dann gleich auch fast 10 m. Die Entscheidung fiel auf die Feeling, da sie ein Bugstrahlruder hat…Dafür aber Doppelruder.  Auch nicht ganz ohne.

20160702_145843Nach dem Ablegen kam der Regen und bei mir leichte Zweifel, ob ich noch ganz klar bin. Bei 5 Bft. alleine auf fast 10 m. Auf freiem Meer vielleicht,  aber in den engen Kanälen und den noch engeren Häfen?

Ursprünglich wollte ich in Richtung Sneeker Meer fahren. Leider ist die die Brücke in Uitwellingerga aufgrund eines Schadens gesperrt, so dass wohl der Hauptverkehr durch Sneek läuft. Mit Wartezeiten an den vielen Brücken. Also erstmal nach Heeg.

20160702_163201Hier hatte ich mir den Jachthaven Eendracht ausgeguckt. Dort angekommen, war es wie erwartet eng. Am Meldesteiger kam mir schnell ein älterer Mann von einer daneben liegenden Hallberg Rassy zu Hilfe, der sah, dass ich alleine unterwegs war. Er sprach mich sofort auf holländisch an. Meine rudimentären Sprachkenntnisse kamen schnell an ihre Grenzen, als ich ihm antworten wollte. Verstanden habe ich ihn aber trotzdem. Er erinnerte mich an die Nutzung der Mittelklampe beim Anlegen. Er würde so seit Jahren sein (viel größeres Boot) damit fahren. Stimmt ! Muss ich unbedingt probieren. Beim Hafenmeister bekam ich die Auswahl zwischen 2 Plätzen, einen mit seitlichem Ausstieg. Super ! Das ist es ! Dachte ich jedenfalls bis mir klar wurde, dass ich mit einem etwas eingeschränkt drehfreudigem Schiff unterwegs bin, das zum drehen höhere Geschwindigkeit braucht. Mit dem unbekannten Boot schnell auf die Wand, die mein seitlicher Ausstieg werden sollte zuzufahren, damit ich drehen kann? Brrr !  Dazu der Wind seitlich in der schmalen Boxengasse. Es kam wie erwartet und ich lag an die Dalben vor meiner Box gedrückt. Mist. Aber auch hier sprangen sofort, trotz Regen, zwei nette Deutsche von ihren Booten um mir zu helfen. Klasse.

Später am Abend kam der eine nochmal vorbei und fragte, wann ich denn wieder los will. Er würde gerne helfen, weil er weiß wie blöde das manchmal alleine ist. Klasse. Segler sind (meistens) hilfsbereit. Von einigen wenigen Exemplaren mal abgesehen 🙂

Abends dann noch das erfolgreiche EM-Viertelfinale per Livestream…Mit niederländischen Kommentar auch interessant