Gestern ging es mal wieder in die quirlige Zivilisation nach Amsterdam. Die Marina in Monnickendam ist einfach super für solche Ausflüge geeignet. Für das Tagesticket zu 10 € fährt man mit dem Bus in 25 Minuten bis Amsterdam Centraal, dem Hauptbahnhof, und wieder zurück. Wenn man nicht unbedingt direkt in der City liegen möchte eine prima Sache.
Ich habe es auch gerne, abends wieder im ruhigen Hafen zu sein..wenn nur die Mücken nicht wären !! Nachts um 2 musste ich leider etwa achten aus der Community das Leben aushauchen weil sie mir ungefähr 10 Stiche an verschiedensten Körperteilen verpasst haben die schnell anfingen zu jucken und mir, zusammen mit den surrenden Geräuschen den Schlaf raubten.
Heute sollte es nach Hoorn gehen. Mit 12 Meilen eine überschaubare Strecke in die Stadt der Seefahrer und Namensgeber für eine der rauesten Ecken der Welt, das berühmt Kap Hoorn. Der Tag begann mit Sonne und mäßigem Wind. Beim Motoren durch das Fahrwasser von Marken ging es vorbei an einer Armada von alten typischen Ijsselmeerseglern verschiedenster Bauart. Die teilweise an beiden Seiten der Boote angebrachten Nummern ließen auf die Teilnehmer einer Regatta schließen. In Höhe von Edam setzte auch ich die Segel. Der Wind bließ mit 5-6 Knoten achterlich aus Südwest. Leider nervten sowohl die häufigen Winddreher um bis zu 45° die ständige Aufmerksamkeit und Anpassung der Segelstellung erforderten sowie eine Anzahl an kleinen Fliegen die sich stur vor meinem Gesicht und auf mir aufhielten. Die Fahrt mit etwa 2-3 Knoten hat hingegen immer etwas entspannendes. Zumal wenn man eine nur kurze Strecke vor sich hat und jederzeit, wenn man doch keine Lust mehr hat, mit dem Motor schummeln kann.
Nach der Hälfte der Strecke zogen Wolken auf und der Wind nahm deutlich zu, zeitweise auf fast 20 Knoten. Mit 7 Knoten Fahrt rauschte ich auf Hoorn zu. So macht Segeln erst recht Spaß. Schade das die Strecke sooo kurz war.
In Hoorn angekommen führte der erste Weg (natürlich nach dem Havenmeester) zum Fischgeschäft „Wormsbecher“. Das ist einfach ein „must have“ bei einem Besuch in Hoorn. Vor allem, wenn es seit kurzem wieder den „nieuwe hollandse haring“ gibt. Bei uns ist er unter dem Namen Matjes bekannt. Hört sich zwar holländisch an, kennt hier aber kaum jemand unter dem Namen…außer vieleicht denen, die mit deutschen Touristen zu tun haben. Ein echter Genuss und mit dem bei uns erhältlichen Fischen gleicher Art nicht zu vergleichen.
Auf dem Rückweg zum Schiff schlug das Wetter erneut um und der Wind nahm zu Gunsten eines Dauerregens ab.

Heute Abend gibt es zur Abwechslung mal Fisch vom Grill…wenn man schon mal ein gutes Fischgeschäft zur Verfügung hat, muss man es auch nutzen.