9.00 Uhr ! Das war die Deadline die wir erreichen mussten, wenn wir nicht bis Mittags im Hafen festsitzen wollten. In Hoorn finden in dieser Woche die Europameisterschaften im Freiwasserschwimmen statt. Den Auftakt machen die 10 km und dafür wird ab 9.00 Uhr die Hafenausfahrt gesperrt. Die innere Uhr weckte uns zuverlässig um kurz nach 7, so dass noch genug Zeit für eine Dusche, Einkäufe im Hafenladen und ein gutes Frühstück war.
Um 8.30 Uhr verließen wir dann unseren Liegeplatz. Offenbar waren wir nicht die Einzigen, die diesen Plan hatten. Eine regelrechte Fluchtwelle von Seglern war aus den verschiedenen Häfen von Hoorn unterwegs. Als wir um 9.00 Uhr den Startschuss hörten, waren wir schon unter voller Beseglung und Rauschefahrt auf dem Weg zur etwa 7 Meilen entfernten Schleuse in Enkhuizen. Die Schleuse verbindet das Markermeer mit dem Ijselmeer und ist ein sogenanntes Naviduct, dasss heißt unter der Schleuse fahren die Autos, die über den Houtribdijk aus Lelystad kommen bzw. dort hin wollen.
Unser Ziel ist Stavoren, denn für den nächsten Tag ist viel Wind angekündigt. 5-6 mit 7 er Böen. Da ist das Reisen auf den Kanälen in Friesland natürlich viel angenehmer.
Zunächst haben wir aber einen schönen Sonne-Wolkenmix und angenehme 3-4 Bft aus Südwest und Zeit für Mittagessen unterwegs


Gegen 15 Uhr erreichen wir die Johann-Friso-Schleuse in Stavoren und machen kurz danach im Binnenhafen fest.
Das Schöne beim Segeln ist für mich oft, dass man einen ganz anderen Blick auf Dinge erhält, die zu Hause ganz normal sind. Das fängt mit Strom an (Gibt es Strom ? Kostet er extra ? Wo ist der Landanschluss ?). Es geht weiter mit der Dusche, auf die man sich oft wirklich freut. Aber: wo ist das Duschhaus ? Kostet sie extra ? Was für Münzen braucht man ? Ist sie heiß genug? Nicht zu vergessen auch die Internetverbindung über WLAN, die nicht selbstverständlich ist.

Nach einer ruhigen Nacht, in der sich gegen Morgen aber schon der aufkommende Sturm ankündigte, musste erst nochmal im Supermarkt der Vorrat aufgestockt werden.
Kurz nach 10 ging es dann zuerst unter Motor los, ab der Brücke in Warns aber mit Vorsegel. Bei achterlichem Wind um 6-7 ergab sich daraus eine angenehme Fahrt von oft über 7 Knoten über mehrere kleine Meere, das Heeger Meer, an Heeg vorbei bis zum Abzweig nach Ijlst und Sneek. In Ijlst noch kurz die Mühle passiert und schon waren wir gegen 13:30 Uhr vor dem Wassertor von Sneek. Man muss auch mal Glück haben ! Und so kam es, dass wir tatsächlich noch einen Platz mit direktem Blick auf das Tor ergattern konnten. Das Tor ist übrigens auch das Logo einer in Sneek gegründeten Segelmacherei die heute auch Bekleidung herstellt: Gaastra. Im Stadtbild von Sneek spielt die heutige Weltfirma keine Rolle. Es gibt nicht mal einen Verkaufsshop.

Beim Stadtbummel stellte sich leider heraus, dass Sneek nicht so gemütlich ist wie zum Beispiel Hoorn oder Enkhuizen, aber eine Vielzahl an modernen Geschäften bietet. Wenigstens waren wir mal hier, nachdem ich in der ersten Woche schon 2x durch die Stadt gefahren bin ohne anzulegen.

