Der Tag startete mit leckerem Rührei auf Vollkornbrot bevor wir kurz nach 9 ablegten. Es sollte mal wieder in ein für uns noch unbekanntes Gebiet von Friesland gehen: nach Bolsward. Der Friesland Reiseführer lockte mit der Aussicht auf eine Besichtigung der Brennerei Sonnema, wo man „erleben kann, wie 71 Kräuter abgewogen, gemischt und dann in die Zugtanks gebracht werden.“ Zu einer anständigen Führung gehört natürlich auch eine Verkostung des Produktes. Also fanden wir uns, nach einem Rundgang durch die schöne und unter Denkmalschutz stehende „Hanzestad Bolsward“, um 14 Uhr zum Rundgang an der Brennerei ein. Begrüsst wurden wir in einem kleinen nett eingerichteten Museum und einem kleinen Film bei einem „Kopje Koffie“, einer Tasse Kaffee.
Dann ging es in die Produktion, die von dem einzigen dort anwesenden Mitarbeiter offensichtlich extra für die Besucher gestartet wurde. Es gab zwar Körbe mit den 71 Kräutern, aber vor unseren Augen wurde aber leider nix abgewogen gemischt. Dafür konnten wir den Abfüllprozess beobachten und einen Blick in die Gärtanks, in denen die Kräuter zusammen mit 30%igem Genever für 24 Stunden ziehen, werfen. Anschließend gab es dann wahlweise ein Glas von dem Gebräu pur oder im Mix mit Cola oder Orangenbrause. Geschmacklich erinnerte das Getränk doch ziemlich an Erkältungstropfen, aber das Glas wurde natürlich tapfer ausgetrunken. Auf den Kauf einer Flasche oder Mütze oder Handschuhen oder anderem mit dem Logo verzichteten wir allerdings.
Anschließend noch kurz in den örtlichen Supermarkt um Brot zu kaufen. Am Ende waren es dann doch wieder 50 € für diverse Lebensmittel. Ich liebe Supermärkte im Ausland ! Da gibt es sooo viel, was es bei uns nicht gibt. Vor allem die Gewürze wecken immer mein Interesse. Spannend fand ich auch die SB-Theke für Tiefkühlmeeresgetier. Lachswürfel und Shrimps in verschiedenen Sorten kann man sich selbst abfüllen und nach Gewicht bezahlen. Coole Idee, bei uns würde es wohl diverse Gesundheitsauflagen dafür geben. Dafür sucht man in den Niederlanden Bedienungstheken für zum Beispiel Wurst und Fleisch im Supermarkt vergeblich. Hier ist alles abgepackt.
Der Stadthafen hatte sich mittlerweile gut gefüllt..allerdings vor allem mit Motorbooten. Bolsward scheint für Segler nicht die erste Adresse zu sein, obwohl es aufgrund der Klappbrücken gut von Sneek und Makkum zu erreichen ist. Schade, man fühlt sich ein bisschen wie das weiße Schaaf unter vielen dunklen 😉
