…und am Ende scheint doch wieder die Sonne…

Mindestens drei Mal wurden wir heute Nacht durch einen heftigen Schlag, der das ganze Boot durchrüttelte, geweckt. Im Zwischenstadium vom Niedrig- zum Hochwasser waren die Leinen etwas locker und durch Windböen während des heftigen Regens wurden wir gegen einen Holzdalben an der Spundwand gedrückt. Mittlerweile lief das Wasser wieder ab und wir waren schon wieder ein ganzes Stück tiefer.

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Nachdem ersten Kauf von frischen Brötchen zum Frühstück auf dieser Tour legten wir um kurz nach 9 Uhr ab. Vorher haben wir aber noch beim Fischstand vorbeigeschaut, denn zum Abendessen sollte es Matjes mit Kartoffeln geben. Der hatte aber noch zu. Schade, also Resteessen am heutigen letzten Abend.

Um genau 9:25 Uhr, die Hafenbrücke öffnet sich jede Stunde um 25 und 55, ging es wieder raus auf die Nordsee. Leider mussten wir aufgrund des Wetterberichtes erneut Schietwetter erwarten. Zunächst war das Segeln aber eine reine Freude. Wind 3-4 und viel Sonne! Nach erstem Rantasten setzte  wir auch noch das Grosssegel und rauschten mit Unterstützung der Tidenströmung mit bis zu 8,5 Knoten Richtung Schleuse.

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Hinter der Schleuse entdeckten wir eine breites dunkles Wolkenband hinter uns. Bis auf ein paar Tropfen bekamen wir aber zum Glück nichts ab, sahen aber den Wolkenbruch hinter uns.

Pünktlich zum Ende der Mittagspause des Schleusenwärters erreichten wir um kurz vor 13 Uhr die Schleuse in Workum. Nach Bezahlung der in Friesland an den kleineren Schleusen üblichen 5 € durften wir sie auch wieder verlassen.

Für die Nacht hatte ich eine Boje im Grutte Gaastmeer ausgesucht. Der Wind hatte zwischenzeitlich auf 5-6 zugenommen. Leider lag die Boje in direkter Windrichtung einer intensiven Gülledüngung. Nach etwa einer halben Stunde fuhren wir aufgrund des sehr eindringlichen Geruchs weiter.

Die Luft wurde frischer und wir freuten uns auf die als Ersatz im Heeger Meer ausgesuchte Boje. Als sie gerade in Sichtweite war durchströmte erneut ein bereits bekannter Duft die Nase. Die Bauern der Umgebung wollten offensichtlich den gerade einsetzenden heftigen Regen nutzen.

Also weiter zur dritten Alternative, ebenfalls im Heeger Meer. Hier gab es frische Luft aber dafür weiterhin heftigen Wind und bewegtes Wasser. Leider ließ der Wetterberichtes keine Hoffnung auf stark abnehmenden Wind aufkommen. Nach 30 Minuten gaben wir auf und fuhren weiter nach Woudsend. Laut unserem Reiseführer „das typische friesische Dorf. “ Kanal, zwei Windmühlen, drei Kirchen und kleine Restaurants.

Er sollte Recht behalten. Woudsend ist wirklich einen Besuch wert, den wir ohne die Düfte und den Wind nicht gemacht hätten. Das erste, was wir beim Rundgang entdeckten, war ein Fischstand, der tatsächlich noch „hollandse nieuwe“, also Matjes hatte. Das Abendessen war also gesichert.

Und am Abend schien dann natürlich wieder die Sonne:-)

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