Entspannung pur…

Die erste Etappe führt mich ins Sneeker Meer. Ich war mir sicher, dass ich die erste Nacht an einer Boje in der Natur verbringen möchte. Im Sneeker Meer angekommen, erinnere ich mich: die Boje und ich kennen uns aus dem vergangenen Jahr. Heftiger Wind und Regen sollen auch diesmal meine Begleiter sein. Zum Glück nimmt der Wind ab und der Himmel klart auch etwas auf. Nachdem auch der letzte Mofa-Fahrer vom nahen Campingplatz zur Ruhe findet ist der Sonnenuntergang ein schöner Vorbote auf den nächsten Tag.

Am nächsten Morgen begrüßt mich herrlicher Sonnenschein und ein langsam zunehmender Wind. Während des Frühstücks an Deck kann ich um kurz nach Sieben schon der ersten Regatta auf dem Sneeker Meer beiwohnen…die sind ja auch unerwartet früh dabei !

Wo es heute hingeht weiß ich immer noch nicht. Als ich um kurz nach Acht die Leinenverbindung zur Boje löse hat sich zumindest eine grobe Richtung ergeben: Stavoren ! Auf dem Weg dorthin könnte sich auf dem Heeger Meer eine Chance ergeben, den Segelwind bei schönem Sonnenschein zu nutzen. Am Abzweig nach Sneek entscheide ich spontan, nicht den kurzen Weg über Uitwelleringerga zu nehmen, sondern durch Sneek zu fahren. Sind zwar einige Brücken mehr, doch ich mag die kleine Stadt mit dem Waterpoort.

Kurz vor den ersten Wohnblocks fällt mir von weitem ein großen Motorboot auf, dass sich anders als andere verhält: es steht quer in der Fahrrinne. Beim  Näherkommen ruft mir der aufgeregte und parallel telefonierende ältere Skipper zu  dass sein Motor nicht geht. Okay, also gedreht, Leine am Heck für den Hahnepot vorbereitet. Leider dauerte es zu lange, bis der arme Skipper verstanden hat, dass er die Schleppleine nicht mit der Hand festhalten kann, sondern auf der Klampe belegen muss. Als ich Gas gebe, bewegt sich nix mehr. Er sitzt fest und mein Motor war ist zu schwach. Im selben Moment eilt ein größeres Plattbodenschiff, eine Skuitsje, zu Hilfe. Wir können die Schleppleine direkt übergeben. Alles ist gut.

An der zweiten der drei Brücken in der der Sneeker Innenstadt wird die Wartezeit heute erheblich verlängert: eine schier endlose Karawane von Oldtimern italienischer Herkunft, die sich in Sneek gerade treffen,  hat natürlich Vorfahrt. Nicht einfach, dass Boot in dem engen Kanal nicht an die Kaimauer treiben zu lassen. Aber die fröhlichen und winkenden Menschen in den schönen Autos entschädigen.

Nach dem Passieren der letzten Brücke am Waterpoort, dem von der Marke Gaastra bekannten Wassertor, geht es direkt weiter zur  malerischen Mühle in Ijlst und dann nach Heeg.

Auf dem Heeger Meer herrscht viel Betrieb. Für Segler ist es einfach ein Traumtag mit Wind um 4 Bft und blauem Himmel. Da ist es auch nicht schlimm, dass der Wind genau von dort kommt, wo ich hin will. Dafür haben die Ahnen ja die Kreuz erfunden.

So kreuze ich Schlag um Schlag durch das Heeger Meer und Flüessen bis zum  nächsten Kanal. Die Brücke in Warns öffnet sich später quasi schon bei der Annäherung ohne Wartezeit. Genial !

Um zwei Uhr mache ich im Gemeindehafen von Stavoren fest. Auch hier ist es einfach schön. Morgen ? Keine Ahnung…ich werde es sehen…

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