Gestern Morgen begrüßte uns der Himmel mit einer dichten Wolkendecke und mäßigem Wind. Unser Tagesziel war der 11 Seemeilen entfernte Hafen „Lilla Bommen“ mitten in der City von Göteborg, direkt zwischen der Oper und dem Viermaster „Viking“ gelegen.
Das Einlaufen nach Göteborg war schon ein Erlebnis. Kurz hinter dem Containerhafen unterquerten wir zunächst die „Alvsborgsbron“. Die Brücke ist 933 m lang und hat eine Durchfahrtshöhe von 45 m. Die Spannweite zwischen den 107 m hohen Pylonen beträgt 418 m. Sie ist beeindruckend und unser 16m hohe Mast hatte ausreichend Platz.




Schon von weitem sieht man den Portalkran der hinter der Brücke gelegenen ehemaligen „Eriksberg“-Werft. Heute liegen unter ihm keine Stahlkolosse mehr, sondern kleine Motor- und Segelboote. Das ehemalige Dock ist heute ein Yachthafen, das riesige Gelände der Werft mit Häusern bebaut und ein eigener Stadtteil von Göteborg.


Vorbei an den Fährterminals für Kiel und Frederikshavn liegt kurz hinter dem Schiffahrtsmuseum „Maritiman“ die Göteborger Oper. Bereits von weitem kann man das markante Bürogebäude mit dem oberen roten Teil erkennen an dem der Hafen liegt. Aufgrund der Optik wird es als „Läppstikket“ (Lippenstift“ bezeichnet, davor liegt die „Viking“.

Unser vorher reservierter Liegeplatz befand sich mit direktem Blick auf die „Viking“ und dem „Läppstikket“, auf den wir trotz des happigen Preises von knapp 5€ pro Person mit dem Fahrstuhl gefahren sind um die Aussicht aus 86 m zu erleben. Es hat sich gelohnt.






Anschließend ging es in die nahe gelegene City. In nur kurzer Entfernung befindet sich ein Einkaufzentrum mit Geschäften, Restaurants und dem für die Auffüllung der Vorräte dringend benötigtem Supermarkt.
Die Innenstadt von Göteborg war gut gefüllt. Vor allem mit jugendlichen Fussballern, die zu einem großen internationalen Fussballturnier zu Besuch waren. Aber auch durch eine Vielzahl Fans, fast durchweg jenseits der 40, von „Iron Maiden“, die am Abend im Ullevi-Stadion spielen sollten.
Auch im Hafen gab es einige Fans, die sich zum „Vorglühen“ auf den Booten trafen. Wir begnügten uns mit einem Abendspaziergang durch die nun nicht mehr so volle Innenstadt und genossen den Sonnenuntergang.


Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Rundgang zu den städtischen Highlights von Göteborg.
Göteborg wurde im 17. Jahrhundert durch den schwedischen König Gustav II Adolf gegründet. Für den Stadtbau beschäftigte der König Niederländer, weil diese offensichtlich bereits damals Experten für den Bau auf Marschboden waren. Behauptet zumindest Wikipedia.
Zunächst gingen wir in den Park der Trädgårdsföreningen (zu deutsch: Verein zur Erhaltung der Gartenkultur). Dort kann man neben dem schönen Park einen Rosengarten und ein beeindruckendes Palmenhaus besichtigen.




Weiter ging es zum Götaplatsen mit der Poseidon-Statue und dem Kunstmuseum bevor wir im Stadtviertel Haga in das „Husaren-Cafe“ einkehrten. Dort soll es die besten Zimtschnecken (Kanelbullar) geben. Sie waren wirklich lecker, vor allem sind es vermutlich die größten.






Vor dem weiteren Weg durch Gassen von Haga stiegen wir noch kurz auf die „Skansen Kronan“, eine Verteidungsanlage aus dem 17. Jahrhundert.
Anschließend führte uns der Weg zurück in den Hafen für eine ausgedehnte Nachmittagspause.
Abends gab es ein leckeres Essen im Restaurant „Provianten“ am Hafen und zum Abschluss einen Cocktail im 12. Stock des „Riverton-Hotels“ mit einem fantastischen Ausblick über die Mündung des „Göta älv“.



Der Hafen „Lilla Bommen“ war letztlich viel ruhiger als ich es für einen Stadthafen erwartet hatte. Vor allem die häufige Vorbeifahrt der „Padan“-Boote, mit denen man ab dem Hafen eine moderierte Fahrt durch die Kanäle machen konnte, führten jedoch zu einigem Schwell, der gut an Bord spürbar war.
Spannend war die internationale Bootsgemeinschaft, die sich hier traf. Neben deutschen und schwedischen Booten, waren vor allem auch Norweger hier zu treffen. Aber auch Boote aus Litauen, den Niederladen, Belgien und sogar den USA.