Bereits in der Nacht nahmen die Schiffsbewegungen deutlich zu, es begann zu schaukeln und die Fender und Leinen knartschten. Der angekündigte Sturm war da 1 Der Hafen liegt aber schon auf der Leeseite der Inseln, wie heftig mag es erst draußen auf See sein ?
Nach dem Frühstück ging es mit der Fähre in wenigen Minuten für 40 SEK pro Person (ca. 3,80 € für Hin- und Rückfahrt) auf die Insel Koö, wo sich der „neue“ Teil von Marstrand befindet. Der Ort selber hat wenig schönes oder außergewöhnliches zu bieten. Aber immerhin einen gut sortierten Supermarkt.
Es gibt aber drei ausgeschilderte Wanderwege in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Strecken. Wir haben uns natürlich für den höchsten Schwierigkeitsgrad auf der 5 km langen „schwarzen“ Strecke entschieden. Eine sehr gute Entscheidung, denn die Strecke führte zwar zu großen Teilen quer über Gestein, war aber gut machbar und wir wurden mit wunderbaren Ausblicken belohnt. An vielen Stellen gab es auch Treppen, Brücken und Sitzbänke zum Genießen der Aussicht.
An vielen Stellen kann man bis zur etwa 3,5 Seemeilen entfernten Schäre Hamneskär blicken, auf der der Leuchtturm „Pater Noster“ steht. Diese bildet gemeinsam mit dem Leuchtturm „Skallen Fyr“ hier auf Marstrand und Skagen, dem Nordkap von Dänemark, die Grenze zwischen dem Kattegatt und dem Skagerrak. Die Inselgruppe besteht aus fast 100 Schären und wird als „Pater Noster Schären“ bezeichnet. Durch die aufeinander treffenden Strömungen von Kattegatt und Skagerrak und die vielen kleine im aufgewühlten Wasser erkennbaren Inselchen beteten angeblich die Seeleute vorheriger Zeiten dort das „Vater Unser“. Nicht allen hat es genützt, in dem Gebiet soll viele es viele Schiffswracks geben.
Bevor wir auf die Fähre zurück zu unserem Liegeplatz gingen gab es noch einen leckeren Lachsburger von einem Streetfood-Wagen am Hafen.


















Am Nachmittag heulte uns der Wind immer noch die Ohren voll. Das Schiff rollte und schlingerte heftiger als manches Mal auf See. Also machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung der Festung. Hier beschränkten wir uns aber auf die Außenanlagen, den Eintrittspreis von 100 SEK investierten wir diesmal lieber in superleckere Waffeln und Kaffee.


Wir entschieden dann, nochmal den Rundweg weiter zu erkunden. Es gab noch eine Höhle und den Leuchtturm Skallen Fyr.
Die Höhle fanden wir tatsächlich, beim Rundgang gestern Abend müssen wir den Abzweig verpasst haben. Laut der Tafel an der Höhle diente sie im großen nordischen Krieg im 18. Jahrhundert als Unterschlupf nach der Eroberung von Marstrand durch Dänemark-Norwegen.

Der weitere Weg zum Leuchtturm war wirklich beeindruckend. Die durch den Sturm angefachte Brandung gischtete auf die Felsen und die Buchten. In der Nacht soll der Sturm nachlassen und auf Nord drehen, so dass wir mit Wind gegenan in dem durch den Sturm noch aufgewühltem Skagerrak unter Motor die 35 Sm nach Smögen fahren werden. Keine begeisternden Aussichten, aber der Liegeplatz ist reserviert und sowieso sehr schwer zu bekommen. Wer weiß wofür es gut ist.
Für uns hat der Tag wieder einmal gezeigt, dass auch wenn es nicht so läuft wie geplant immer auch etwas gutes daran ist. Eigentlich wollten wir heute die nächste Etappe nach Smögen absolvieren. Nun machen wir einen Hafentag und fahren morgen etwas länger. Dafür haben wir die Schönheit der Natur rund um Marstrand erkundet, was wir ohne den Sturm nicht geplant hatten.





