Mit einem Tag Verspätung, der uns trotz des Sturmes viele tolle Eindrücke in Marstrand gebracht hat, machten wir uns auf die 35 Seemeilen lange Strecke nach Smögen. Eigentlich von der Entfernung her kein Problem, auch das Wetter glänzte mit herrlichen weißen Wolken im blauen Himmel. Leider kam der Wind aus der falschen Richtung und weht uns direkt auf den Bug. Dazu noch mit einer Stärke 4-5 anstatt der angekündigten 2-3. Wir entschieden uns, damit wir noch etwas vom gebuchten Liegeplatz in Smögen haben, mit Motor zu fahren und nicht dauerhaft zu kreuzen. Das Schiff schaukelte heftig und knallte immer wieder in die Wellen oder von ihnen herunter. Irgendwann wurde es zu anstrengend und wir versuchten es segelnder weise. Die Kreuzschläge hart am Wind waren nicht unbedingt schöner. Also weiter unter Motor.
Die Anfahrt nach Smögen ist durch die vielen Seezeichen und Untiefen etwas tricky. Bei der Einfahrt in den Hafen wurde aber gleich klar, was Smögen ausmaucht: Eine wunderschöne Hafenszenerie mit roten Häuschen, dazu eine mit Menschen überfüllte Promenade (Smögenbryggan), große Motor- und Segelyachten mit Musikpower und vermutlich ausreichend Alkohol an Bord.



Unser Liegeplatz befand sich relativ weit hinten im Hafen an einer der schmalsten Stellen der Smögenbryggan direkt an einem Bekleidungsgeschäft. Keine Bar oder Restaurant vor der Tür, die einem die Nachtruhe vermiesen könnten.




Smögen ist ein alter Fischerort in der historischen Provinz Bohuslän. Es leben etwa 1.300 Menschen fest in dem Ort, doch im Sommer steigt diese Zahl um ein Vielfaches. Insbesondere Tagesurlauber überschwemmen dann den Ort und die Hauptattraktion, die Shopping und Flaniermeile „Smögenbryggan“. Trotz des Tourismus spielt der Fischfang hier noch eine wichtige Rolle. Bekannt ist Smögen für die „Smögenräkor“, Garnelen die in den hiesigen Fanggründen oder im Skagerrak gefangen werden. Optisches Highlight sind die bunten Bootshäuschen an der Westseite des Hafens.

In Smögen bietet es sich an, einen Liegeplatz frühzeitig zu reservieren. Wir haben vor bereits 5 Wochen nur noch einen der letzten Plätze ergattern können. Dafür liegt man nicht nur mitten in der Kulisse, man ist Teil davon.






