Väderöarna

Die Inselgruppe Väderöarna umfasst etwa 360 Inseln unterschiedlicher Größe. Auf den miteinander verbundenen größten Inseln Storö und Ramnö befindet sich ein kleiner Hafen, ein Hotel mit Restaurant und der Turm einer ehemaligen Lotsenstation. Seit dem 18. Jahrhundert bis Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Insel mit Lotsen und deren Familien bewohnt. Der Name Väderöarna bedeutet übrigens auf deutsch „Wetterinseln“.

Wir kamen gegen 1300 Uhr an, für einen Hotspot der von vielen Tagesgästen besucht wird, eigentlich zu spät. Trotzdem hatten wir Glück und bekamen noch einen Platz im Hafen. Der Hafenmeister war engagiert dabei die Boote ideal einparken zu lassen, so dass möglichst viele Boote in den engen Hafen passten. Wir bekamen dann auch eine größere schwedische Yacht als Nachbarn im Päckchen zugewiesen. Die zwei Paare der Besatzung waren aber extrem nett und sprachen teilweise auch sehr gut Deutsch.

Bei der mittlerweile obligatorischen Wanderung über Insel, die wiederum über einen recht gut markierten Rundweg verfügt, war das Gefühl der einsamen Insel im Skagerrak schnell verflogen. Der Sund auf der Westseite war knallvoll von Booten und diverse Grüppchen kraxelten mit Hund, Kind und Kegel über die Steine des Rundweges.

Gut besuchter Strömsund

Nach einer kurzen Kaffeepause bestiegen wir noch die Erhebung der Insel zu dem Aussichtsturm der Lotsen. Diesen nutzten sie in früheren Zeiten um Schiffe frühzeitig zu entdecken, die ihre Dienste in Anspruch nehmen wollten.

Der Trubel auf der Insel tagsüber war gut zu ertragen, hofften wir doch auf einen idylischen Abend nach Abreise der Tagesgäste. Auch das aufgestellte Schild, dass ein Ørjan Trubadur abends am Cafe von 18 bis 21 Uhr Musik macht, schockte uns nicht.

Leider überzeugte der Musiker, zumindest uns nicht, mit seiner Musikalität sondern vor allem mit steigender Lautstärke und immer heftigerer Rockmusik je später der Abend wurde. Auch den idyllischen Sonnenuntergang beschallte er weiter lautstark bis er um 23 Uhr endlich aufhörte, allerdings zum Leidwesen einiger Zuhörer. Noch am nächsten Morgen regte sich der nette Schwede neben uns darüber auf: „Das gehört hier nicht her und habe ich auch noch nie hier erlebt. Denkt bloß nicht, dass es hier immer so ist. Das waren alles Norweger !!“ Man scheint die nordwestlichen Nachbarn hier nicht so sehr zu mögen.

Um 10:00 Uhr müssen alle Gäste den Hafen verlassen, wir fuhren kurzerhand an eine andere Stelle und machten dort als Premiere mit „Schärennagel“ und Heckanker fest. So richtig vertrauenerweckend wirkte das für mich nicht. Trotzdem machten wir uns auf den Weg an Land.

Schärennagel

Nach dem leckeren Mittagessen wollten wir uns noch einen Kaffee gönnen, aber auf dem Weg sprach uns aufgeregt die nette Frau von unseren neuen Nachbarn an, dass sich unser Heckanker gelöst hätte und ihr Freund unser Boot gerade notdürftig gesichert hätte. Mit dem Ausbrechen des Heckankers hatte ich nicht gerechnet, eher mit dem Schärennageln. Mittlerweile hielt er wieder und wir mussten nur noch etwas nachspannen.

Der Abend brachte uns dann wieder einen sehr schönen Sonnenuntergang.

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