Überfahrt nach Malmö

Die Überfahrt war von Wind und Welle her gesehen zunächst sehr angenehm. Toll wäre natürlich dazu blauer Himmel und ein schöner roter Sonnenuntergang über dem Meer gewesen. Aber man kann nicht alles haben.

Wenige Meilen vor der Einfahrt in den Öresund gelang es unsjedoch leider nicht mehr, den Regengebieten auszuweichen. Wir wurden reichlich nass und vor allem die Sicht war auf ein Minimum eingeschränkt. Mit dem recht starken Verkehr der Berufsschiffahrt hatten wir ja schon auf der Anfahrt Richtung Norden zu kämpfen. Aber das in unserer elektronischen Seekarte integrierte „AIS“-System (Automatic Identification System) zeigte uns gut, wer da wo und mit welcher Geschwindigkeit unterwegs war. Auch wenn wir die anderen nicht sahen.
Neben einigen Frachter trafen wir auch ein MSC Kreuzfahrtschiff bei der Abfahrt aus Kopenhagen. Während dort das Abendbuffet und die Cocktails genossen wurden, freuten wir uns als der Regen nachließ.

Dinner aus dem Bordbistro

Pünktlich mit Einbruch der Nacht hatten wir die Nordspitze der Halbinsel „Kullen“ an der Einfahrt zum Öresund erreicht. Genauso pünktlich setzte der Regen ein und zum allem Überfluss fiel auch noch das AIS bei uns aus. Wir konnten also nur noch versuchen unser Umfeld in dunkler Nacht anhand der Positionslichter zu identifizieren. Zum Glück konnten wir unsere eigene Position noch auf der elektronischen Seekarte erkennen. Wir wussten also, wo wir waren, aber nicht wo die anderen sind. Klar, man hat Jahrhunderte ohne diese moderne Technik navigiert. Ist nur etwas ungewohnt und gruselig, wenn man erstmals in einer solchen Situation ist und noch nie in wirklicher, schwarzer, Dunkelheit auf dem Wasser war. Auf der Hinfahrt vor 3,5 Wochen war klarer Himmel mit „Nichtmehrganz“-Vollmond und auch die Sonne war die Nacht über als roter Schein am Horizont zu erkennen.
Dazu mussten wir noch das Hauptfahrwasser kreuzen. Danach hielten wir uns immer außerhalb des Fahrwassers um eine Gefährdung durch die Grossschiffahrt zu vermeiden. Mittels „Marine Traffic“ konnten wir wenigsten abschätzen, welches Schiff von wo kam. Meistens sahen wir sie erst neben uns.

Kurz hinter der Fähre Helsingör (DK) nach Helsingborg (S) kam der Wind erst von vorne und schlief dann ganz ein. Dafür klarte der Himmel mit Sonnenaufgang etwas auf und wir liefen um 1000 Uhr in Malmö ein. Wir suchten uns einen freien Liegeplatz und konnten diesen auch nach Rücksprache mit dem Hafenmeistergehilfen auch behalten. Hurra, nach 128 Seemeilen waren wir müde angekommen. Zum Glück wärmte uns die Sonne ausreichend, denn die Nacht war wieder A…kalt und dazu noch sehr nass.

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