Nach dem regnerischen Abend zeigte uns Rörö am Morgen eine andere Seite mit herrlicher Sonne. Leider konnten wir den Aufenthalt nicht verlängern, denn für den nächsten Tag war starker Wind angesagt, der die leider langsam notwendige Fahrt Richtung Süden sehr unbequem gemacht hätte. Wir brauchten einen Hafen, um den nächsten Tag abzuwettern. Idealerweise sollte er im südlichen Bereich der Göteborger Schären liegen, denn am Tag nach dem Sturm sollte es auf den großen Schlag nach Malmö gehen.



Unser Wahl fiel auf Vrangö, der am weitesten südlich liegende Hafen in diesem Gebiet. Wegen des aufkommenden Sturms hätte ich gerne die windgeschützte Mole zum Anlegen genutzt, aber dafür hätten wir früher aufstehen müssen: alles voll !
Also gingen wir an den Steg mit dem Heck im Wind, was wir aber im Lauf des Nachmittages änderten und das Boot um 180° drehten. Bereits am Abend zeigte sich, dass dies eine gute Entscheidung war. Der Wind nahm spürbar zu und drückte die Boote seitlich weg, denn am Bug war lediglich eine Mooring Leine befestigt, d.h. eine einzelne Leine, die vom einem auf dem Grund liegenden Betonblock nach oben geht. Diese bietet aufgrund der Länge und Zugrichtung dem Boot mehr Bewegungsraum.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die nähere Umgebung, inklusive einer Wanderung auf den Felsen mit dem Lotsenausguck aus früheren Jahren, bauten wir unseren kleinen Gasgrill bei den Tischen hinter der geschützten Mole auf und genossen unser Abend-BBQ.


Währenddessen baute der Stegnachbar „mal eben“ die Befestigung der Boote um. Er nahm unsere Vorleine als zweite Absicherung für sein Boot und montierte bei uns eine andere Mooring Leine. Naja, normalerweise fragt man, ob man bei jemand anderem aufs Boot darf. Dann auch noch selbstständig die Leinen umzubauen ist schon etwas ungewöhnlich. Da er offensichtlich wusste, was er tat und keinen Schaden anrichtete war es knapp akzeptabel.
Wir nahmen dies aber zum Anlass auch unser Boot mit einer zweiten Leine vom freien Liegeplatz neben uns am Bug zu sichern, der seitliche Wind nahm mittlerweile erheblich zu und sollte auch die nächsten 36 Stunden nicht abnehmen.

Den folgenden Sturmtag nutzen wir um die zwei Naturwanderwege abzugehen, uns auszuruhen und die örtliche Spezialität „Kräftor & Chips“ zu essen. Hierbei handelt es sich um eine frittierte, lokal gefangene Krabbenart und dazu Pommes Frites.





Der örtliche Fischer verkaufte auch nachmittags seinen Fang direkt vom Kutter, dies haben wir aber diesmal nicht genutzt.



Am nächsten Tag, hatten wir genug Zeit, bis zur Abfahrt. Bei einer Strecke von fast 130 Seemeilen und geschätzten Fahrzeit von 22 bis 24 Stunden ist eine genaue Ankunft zwar schwer zu planen, aber der reservierte Liegeplatz in Malmö stand erst ab 1200 Uhr zur Verfügung. Eine Ankunft mitten in der Nacht machte da keinen Sinn. Um 1100 Uhr legten wir dann schließlich ab und begannen den endgültigen Abschied aus dieser für uns so schönen und faszinierenden Landschaft.