In Malmö lagen wir in der „Dockan Marina“, deren Hafenbecken das ehemalige Dock einer Werft war. Wie in vielen Orten konnte auch hier die Werftenindustrie nicht überleben und die Stadt entschied sich dazu, ebenso wie in Göteborg auf dem Gelände der Eriksberg Werft, nach jahrelangem Leerstand einen neuen Stadtteil zu bauen. Das Umfeld des Hafenbeckens ist gesäumt von Wohn- und Geschäftshäusern in unterschiedlichen Baustilen.


Trotz der Citynähe ist es erstaunlich ruhig dort und es gibt im Hafenbüro kostenfrei Fahrräder zu leihen., denn Malmö ist eine Fahrradstadt. Überall findet man breite Radwege und es sind erheblich mehr Fahrräder als Autos unterwegs. Staus auf den Straßen haben wir nicht gesehen, aber überfüllte Fahrradabstellplätze und viele Fahrradwegweiser.


Schon von weitem konnten wir morgens bei der Anfahrt über den Öresund „das“ oder zumindest eines der Wahrzeichen von Göteborg erkennen: den „Turning Torso“. Dieses 190 Meter hohe und mit 54 Etagen ausgestattete Wohn- und Geschäftshaus ist das höchste Wohngebäude in Skandinavien und das dritthöchste in Europa. Das Hochhaus ist genauso wie die Dockan Marina ein Teil des neu geschaffenen Stadtteils „Västra Hamnen“ (Westhafen), der ab 2001 auf einer Industriebrache entstanden ist. Der Stadtteil ist nachhaltig gebaut und die Energieversorgung basiert auf erneuerbaren Rohstoffen. Im Stadtteil gibt es viele Grünflächen und Teiche sowie einen großen Skaterpark. Unsere Radtour führte uns als erstes hier her. Von einem schönen Aussichtsplatz konnte man auch einen herrlichen Blick auf die Öresund-Brücke bekommen.



Anschließend fuhren wir zum Schloss Malmöhus, das älteste erhaltene Residenzschloss in Schweden, das heute ein Kunstmuseum beherbergt.
Weiter ging es in die Innenstadt. Zunächst zum Stortorget (Großer Platz), der im 16. Jahrhundert entstanden ist und an dem das Rathaus liegt. Leider war der Blick etwas durch den Aufbau von Bühnen für das „Malmö-Festival“ blockiert. Ganz in der Nähe befindet sich auch die St.Petri Kyrka aus dem 14. Jahrhundert, die nicht nur das älteste Gebäude in Malmö ist sondern angeblich von der Lübecker Marienkirche inspiriert ist.

Es ging weiter zu den „Saluhallen“, einer Markthalle mit vielen Ständen für Fisch, Fleisch und Gemüse. Dort genossen wir leckere Burger und ein Eis, das angeblich das beste Eis von Malmö sein soll. Tatsächlich war es extrem lecker.


Auf dem Rückweg mussten wir noch den notwendigen Einkauf in einem großen Supermarkt erledigen. Supermärkte in anderen Ländern haben immer einen besonderen Reiz, weil es viele Produkte gibt, die wir in unseren deutschen Märkten nicht haben. So wanderten wieder einige Produkte in unseren Wagen, die nicht auf unserem Einkaufszettel standen.
Nach dem Frühstück starteten wir den zweiten Teil unserer Stadtbesichtigung auf zwei Rädern. Der Weg führte uns zunächst in den „Folkets Park“. Er wurde 1893 eingeweiht und ist der älteste Vergnügungspark in Schweden. Sein Aufbau wurde inspiriert vom Tivoli und Kopenhagen und war vor allem in seiner Anfangszeit stark von der Arbeiterbewegung geprägt. Es gibt verschiedene Themenhäuser mit Attraktionen und dazu Cafes und Restaurants. Während der Park selbst kostenfrei ist, müssen einige diese Attraktionen bezahlt werden.






In Malmö leben mehr als 170 Nationen, dies sieht man im Stadtbild und besonders im Umfeld des Möllevångstorget, den wir als nächstes besuchten. Restaurants und Imbisse aus vielen Ländern finden sich in seinem Umfeld.

Weiter ging es durch eine Fussgängerzone zur Davidshallbrücke. Dort sind entlang der Brückengeländer Nachbildungen der Schuhe von Malmöer Künstlern verewigt. Unter anderem von der Hollywood-Schauspielerin Anita Ekberg und weiteren Schauspielern, Musikern und Opernsängern.



Schuhe auf der Davidshallsbron
Einen schönen Gegesatz zu den vielen moderen Gebäude in Malmö stellt der „Lilla Torg“ (Kleiner Platz) dar. Er wurde im 16. Jahrhundert gebaut, weil der neben an gelegene „Stortorget“ zu klein wurde. Er ist mit Kopfsteinpflaster gepflastert und von vielen Restaurants umgeben.



In einem der Restaurants konnten wir dann endlich, nachdem es in Westschweden vor allem Fisch und Krabben gab, auch „Köttbullar“ essen. Dies ist angeblich ein schwedisches Nationalgericht. Dabei handelt es sich um kleine Frikadellen, Kartoffelpürree mit viel Muskat, Gurkensalat und Preisebeeren. Natürlich gibt es dies auch in jedem IKEA-Restaurant, aber das ist natürlich nicht vergleichbar mit dem leckeren Essen, das wir genießen konnten. „Köttbullar“ bedeutet übrigens „Fleisch-Brötchen“.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause fuhren wir am späten Nachmittag zum Ribersborgstrand. Von dem 2,5 Kilometer langen Strand hat man einen schönen Blick zum Västra Hamnen mit dem Turning Torso sowie auf die Öresundbrücke. Am Strand befindet sich, über eine 300 m lange Seebrücke verbunden, das 1898 eingeweihte „Kallbadhus Ribersborg“. Dies ist eine Meerwasserbadeanstalt mit Saunen und Wellness, getrennt nach Männern und Frauen, denn es ist eine reine FKK-Badeanstalt. Wir begnügten uns stattdessen mit dem langen Sandstrand und dem sehr seichten Wasser.



Am Abend genossen wir noch mal einen schönen Sonnenuntergang in der Hafenstimmung.



Wie erwartet begrüßte uns der nächste Tag mit absoluter Flaute, so dass wir die 50 Seemeilen bis zu unserem Zwischenziel, der Insel Mön, in 9,5 Stunden vollständig unter Motor absolvieren mussten. Für Segler gibt es Schöneres. Dafür wurden wir aber mit tollen Blicken zunächst auf die Öresundbrücke und später dann auf die 6 km langen und bis zu 128 m hohen Klippen von Mön belohnt.




