Was bleibt ?

Vier Wochen Segelurlaub an der schwedischen Westküste. Was bleibt an Erinnerungen?

Allem voran eine wunderschöne und immer wieder beeindruckende Landschaft. Karge Felsen und eine Vegetation, die sich den oft rauen Bedingungen angepasst hat. Bäume sind, wenn überhaupt vorhanden, meistens niedrig. Es dominieren Farne, Flechten, Heide und Büsche. Wer saftige Wiesen und üppige Wälder sucht wird hier wohl nicht glücklich. Wir fühlten uns oft an das Klima der irischen Westküste erinnert, auch wenn diese viel höhere Felsen hat.
Nautisch ist das Revier allerdings oft eine Herausforderung. Nicht jeder Stein, der aus dem Wasser guckt, oder auch kurz darunter ist, ist mit einem Seezeichen versehen. Oft erkennt man nur anhand der Karte und den sich mitten auf dem Wasser brechenden Wellen, dass dort ein Hindernis ist. Man wundert sich oft, dass man nur wenige Meter neben Felsen fährt und trotzdem mehr als 50 Meter Wassertiefe hat. Die tiefste Stelle, die wir gesehen haben, war 150 Meter, etwa 30 Meter neben dem Ufer.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, das Boot mittels mitgebrachter Stahlwinkel (sogenannte Schärenkanker) irgendwo in der (vermeintlichen) Einsamkeit fest zu machen. Dies setzt aber gute Revierkenntnis voraus, denn die „bekannten“ Stellen sind zumindest im Hochsommer meist überfüllt. Es gibt viele Häfen, aber nach einem anderen System als wir es aus Deutschland, den Niederlanden oder Dänemark kennen. Oft gibt es nur wenige Gastplätze, manchmal gar keine. Die sanitären Anlagen sind fast durchweg unterhalb des uns aus D, NL oder DK bekannten Standards.
Dafür sind die Liegegebühren um einiges höher je weiter nördlich man kommt. Da waren 26 € im Süden schon ein Schnäppchen. Es ging bis zum Doppelten und darüber hinaus. Aber da die raren Liegeplätze voll sind, bleibt einem nichts anderes übrig, wenn man in den Hafen will.
Wir sind zumindest an den „Hotspots“ wie Göteborg, Smögen und Marstrand mit der Vorreservierung (mit Aufpreis natürlich !!) gut gefahren. Teilweise waren diese Plätze Tage oder im Fall Göteborg auch Wochen im Voraus ausgebucht.

Die höheren Preise zeigen sich auch beim Essen im Restaurant oder sogar der Imbissbude. 15€ oder 16€ für ein Einfachstgericht wie Fish & Chips lassen sich in Deutschland selbst in Urlaubsregionen kaum durchsetzen. Ob die Preise im Supermarkt niedriger oder höher als in Deutschland sind kann ich nicht wirklich beurteilen. Es ist schwer, Urlaubsregionen miteinander zu vergleichen.
Teurer und schwerer zu beschaffen ist auf jeden Fall alles mit Alkohol>3,5 %. Wer abends gerne einen Wein als Sundowner genießt muss dies frühzeitig planen. Alkohol gibt es nur in den staatlichen Geschäften (Systembolaget) und diese gibt es nur in den größeren Orten. Wir haben nur in Göteborg und Malmö entsprechende Geschäfte gefunden.

Das „zur Sicherheit“ am Geldautomaten in Göteborg abgehobene Bargeld haben wir nicht benötigt. Im Gegenteil: oft war nur Kartenzahlung möglich oder wurde zumindest erwartet. Bewusst habe ich auch niemanden gesehen, der irgendwo bar gezahlt hat.

Aufwendig ist mit Sicherheit die Anreise, denn die 250 Sm aus der Lübecker Bucht nach Göteborg wollen erst mal absolviert sein. Bei 6 Knoten Fahrt sind es locker 2 Tage. Für unsere Zweimann-Crew war es gut, nach einer durchgefahren Nacht eine Nacht Pause im Hafen zu machen und am nächsten Tag ausgeruht die letzte Etappe zu absolvieren. Mehr Etappen mit Nachtpausen im Hafen hätten die Anreise nicht angenehmer gemacht. 5 Tage hintereinander jeweils 50 Meilen zu fahren macht nicht jedem Spaß. Verbesserungswürdig ist auf jeden Fall unser Schlafmanagement und Wachsystem. Zeitweise saßen wir nachts zu zweit an Deck, wo einer hätte schlafen dürfen, aber nicht schlafen konnte.

Es war eine rundum wunderschöne Reise auf eigenem Kiel mit vielen bleibenden Eindrücken und bestimmt nicht unsere letzte Tour in dieser Gegend, aber genauso reizt die schwedische Südküste, die Ostküste und der Göta-Kanal. Mal sehen wann, aber das wir dorthin fahren, ist das Ziel !

Malmö

In Malmö lagen wir in der „Dockan Marina“, deren Hafenbecken das ehemalige Dock einer Werft war. Wie in vielen Orten konnte auch hier die Werftenindustrie nicht überleben und die Stadt entschied sich dazu, ebenso wie in Göteborg auf dem Gelände der Eriksberg Werft, nach jahrelangem Leerstand einen neuen Stadtteil zu bauen. Das Umfeld des Hafenbeckens ist gesäumt von Wohn- und Geschäftshäusern in unterschiedlichen Baustilen.

Fahrräder der „Dockan Marina“

Trotz der Citynähe ist es erstaunlich ruhig dort und es gibt im Hafenbüro kostenfrei Fahrräder zu leihen., denn Malmö ist eine Fahrradstadt. Überall findet man breite Radwege und es sind erheblich mehr Fahrräder als Autos unterwegs. Staus auf den Straßen haben wir nicht gesehen, aber überfüllte Fahrradabstellplätze und viele Fahrradwegweiser.

Schon von weitem konnten wir morgens bei der Anfahrt über den Öresund „das“ oder zumindest eines der Wahrzeichen von Göteborg erkennen: den „Turning Torso“. Dieses 190 Meter hohe und mit 54 Etagen ausgestattete Wohn- und Geschäftshaus ist das höchste Wohngebäude in Skandinavien und das dritthöchste in Europa. Das Hochhaus ist genauso wie die Dockan Marina ein Teil des neu geschaffenen Stadtteils „Västra Hamnen“ (Westhafen), der ab 2001 auf einer Industriebrache entstanden ist. Der Stadtteil ist nachhaltig gebaut und die Energieversorgung basiert auf erneuerbaren Rohstoffen. Im Stadtteil gibt es viele Grünflächen und Teiche sowie einen großen Skaterpark. Unsere Radtour führte uns als erstes hier her. Von einem schönen Aussichtsplatz konnte man auch einen herrlichen Blick auf die Öresund-Brücke bekommen.

Turning Torso vor der Skyline von „Västra Hamnen“
Öresund-Brücke

Anschließend fuhren wir zum Schloss Malmöhus, das älteste erhaltene Residenzschloss in Schweden, das heute ein Kunstmuseum beherbergt.
Weiter ging es in die Innenstadt. Zunächst zum Stortorget (Großer Platz), der im 16. Jahrhundert entstanden ist und an dem das Rathaus liegt. Leider war der Blick etwas durch den Aufbau von Bühnen für das „Malmö-Festival“ blockiert. Ganz in der Nähe befindet sich auch die St.Petri Kyrka aus dem 14. Jahrhundert, die nicht nur das älteste Gebäude in Malmö ist sondern angeblich von der Lübecker Marienkirche inspiriert ist.

St. Petri Kirche

Es ging weiter zu den „Saluhallen“, einer Markthalle mit vielen Ständen für Fisch, Fleisch und Gemüse. Dort genossen wir leckere Burger und ein Eis, das angeblich das beste Eis von Malmö sein soll. Tatsächlich war es extrem lecker.

Auf dem Rückweg mussten wir noch den notwendigen Einkauf in einem großen Supermarkt erledigen. Supermärkte in anderen Ländern haben immer einen besonderen Reiz, weil es viele Produkte gibt, die wir in unseren deutschen Märkten nicht haben. So wanderten wieder einige Produkte in unseren Wagen, die nicht auf unserem Einkaufszettel standen.

Nach dem Frühstück starteten wir den zweiten Teil unserer Stadtbesichtigung auf zwei Rädern. Der Weg führte uns zunächst in den „Folkets Park“. Er wurde 1893 eingeweiht und ist der älteste Vergnügungspark in Schweden. Sein Aufbau wurde inspiriert vom Tivoli und Kopenhagen und war vor allem in seiner Anfangszeit stark von der Arbeiterbewegung geprägt. Es gibt verschiedene Themenhäuser mit Attraktionen und dazu Cafes und Restaurants. Während der Park selbst kostenfrei ist, müssen einige diese Attraktionen bezahlt werden.

In Malmö leben mehr als 170 Nationen, dies sieht man im Stadtbild und besonders im Umfeld des Möllevångstorget, den wir als nächstes besuchten. Restaurants und Imbisse aus vielen Ländern finden sich in seinem Umfeld.

Möllevångstorget

Weiter ging es durch eine Fussgängerzone zur Davidshallbrücke. Dort sind entlang der Brückengeländer Nachbildungen der Schuhe von Malmöer Künstlern verewigt. Unter anderem von der Hollywood-Schauspielerin Anita Ekberg und weiteren Schauspielern, Musikern und Opernsängern.

Fussgängerzone

Schuhe auf der Davidshallsbron

Einen schönen Gegesatz zu den vielen moderen Gebäude in Malmö stellt der „Lilla Torg“ (Kleiner Platz) dar. Er wurde im 16. Jahrhundert gebaut, weil der neben an gelegene „Stortorget“ zu klein wurde. Er ist mit Kopfsteinpflaster gepflastert und von vielen Restaurants umgeben.

In einem der Restaurants konnten wir dann endlich, nachdem es in Westschweden vor allem Fisch und Krabben gab, auch „Köttbullar“ essen. Dies ist angeblich ein schwedisches Nationalgericht. Dabei handelt es sich um kleine Frikadellen, Kartoffelpürree mit viel Muskat, Gurkensalat und Preisebeeren. Natürlich gibt es dies auch in jedem IKEA-Restaurant, aber das ist natürlich nicht vergleichbar mit dem leckeren Essen, das wir genießen konnten. „Köttbullar“ bedeutet übrigens „Fleisch-Brötchen“.

Köttbullar

Nach einer ausgiebigen Mittagspause fuhren wir am späten Nachmittag zum Ribersborgstrand. Von dem 2,5 Kilometer langen Strand hat man einen schönen Blick zum Västra Hamnen mit dem Turning Torso sowie auf die Öresundbrücke. Am Strand befindet sich, über eine 300 m lange Seebrücke verbunden, das 1898 eingeweihte „Kallbadhus Ribersborg“. Dies ist eine Meerwasserbadeanstalt mit Saunen und Wellness, getrennt nach Männern und Frauen, denn es ist eine reine FKK-Badeanstalt. Wir begnügten uns stattdessen mit dem langen Sandstrand und dem sehr seichten Wasser.

Am Abend genossen wir noch mal einen schönen Sonnenuntergang in der Hafenstimmung.

Wie erwartet begrüßte uns der nächste Tag mit absoluter Flaute, so dass wir die 50 Seemeilen bis zu unserem Zwischenziel, der Insel Mön, in 9,5 Stunden vollständig unter Motor absolvieren mussten. Für Segler gibt es Schöneres. Dafür wurden wir aber mit tollen Blicken zunächst auf die Öresundbrücke und später dann auf die 6 km langen und bis zu 128 m hohen Klippen von Mön belohnt.

Überfahrt nach Malmö

Die Überfahrt war von Wind und Welle her gesehen zunächst sehr angenehm. Toll wäre natürlich dazu blauer Himmel und ein schöner roter Sonnenuntergang über dem Meer gewesen. Aber man kann nicht alles haben.

Wenige Meilen vor der Einfahrt in den Öresund gelang es unsjedoch leider nicht mehr, den Regengebieten auszuweichen. Wir wurden reichlich nass und vor allem die Sicht war auf ein Minimum eingeschränkt. Mit dem recht starken Verkehr der Berufsschiffahrt hatten wir ja schon auf der Anfahrt Richtung Norden zu kämpfen. Aber das in unserer elektronischen Seekarte integrierte „AIS“-System (Automatic Identification System) zeigte uns gut, wer da wo und mit welcher Geschwindigkeit unterwegs war. Auch wenn wir die anderen nicht sahen.
Neben einigen Frachter trafen wir auch ein MSC Kreuzfahrtschiff bei der Abfahrt aus Kopenhagen. Während dort das Abendbuffet und die Cocktails genossen wurden, freuten wir uns als der Regen nachließ.

Dinner aus dem Bordbistro

Pünktlich mit Einbruch der Nacht hatten wir die Nordspitze der Halbinsel „Kullen“ an der Einfahrt zum Öresund erreicht. Genauso pünktlich setzte der Regen ein und zum allem Überfluss fiel auch noch das AIS bei uns aus. Wir konnten also nur noch versuchen unser Umfeld in dunkler Nacht anhand der Positionslichter zu identifizieren. Zum Glück konnten wir unsere eigene Position noch auf der elektronischen Seekarte erkennen. Wir wussten also, wo wir waren, aber nicht wo die anderen sind. Klar, man hat Jahrhunderte ohne diese moderne Technik navigiert. Ist nur etwas ungewohnt und gruselig, wenn man erstmals in einer solchen Situation ist und noch nie in wirklicher, schwarzer, Dunkelheit auf dem Wasser war. Auf der Hinfahrt vor 3,5 Wochen war klarer Himmel mit „Nichtmehrganz“-Vollmond und auch die Sonne war die Nacht über als roter Schein am Horizont zu erkennen.
Dazu mussten wir noch das Hauptfahrwasser kreuzen. Danach hielten wir uns immer außerhalb des Fahrwassers um eine Gefährdung durch die Grossschiffahrt zu vermeiden. Mittels „Marine Traffic“ konnten wir wenigsten abschätzen, welches Schiff von wo kam. Meistens sahen wir sie erst neben uns.

Kurz hinter der Fähre Helsingör (DK) nach Helsingborg (S) kam der Wind erst von vorne und schlief dann ganz ein. Dafür klarte der Himmel mit Sonnenaufgang etwas auf und wir liefen um 1000 Uhr in Malmö ein. Wir suchten uns einen freien Liegeplatz und konnten diesen auch nach Rücksprache mit dem Hafenmeistergehilfen auch behalten. Hurra, nach 128 Seemeilen waren wir müde angekommen. Zum Glück wärmte uns die Sonne ausreichend, denn die Nacht war wieder A…kalt und dazu noch sehr nass.

Vrangö

Nach dem regnerischen Abend zeigte uns Rörö am Morgen eine andere Seite mit herrlicher Sonne. Leider konnten wir den Aufenthalt nicht verlängern, denn für den nächsten Tag war starker Wind angesagt, der die leider langsam notwendige Fahrt Richtung Süden sehr unbequem gemacht hätte. Wir brauchten einen Hafen, um den nächsten Tag abzuwettern. Idealerweise sollte er im südlichen Bereich der Göteborger Schären liegen, denn am Tag nach dem Sturm sollte es auf den großen Schlag nach Malmö gehen.

Unser Wahl fiel auf Vrangö, der am weitesten südlich liegende Hafen in diesem Gebiet. Wegen des aufkommenden Sturms hätte ich gerne die windgeschützte Mole zum Anlegen genutzt, aber dafür hätten wir früher aufstehen müssen: alles voll !
Also gingen wir an den Steg mit dem Heck im Wind, was wir aber im Lauf des Nachmittages änderten und das Boot um 180° drehten. Bereits am Abend zeigte sich, dass dies eine gute Entscheidung war. Der Wind nahm spürbar zu und drückte die Boote seitlich weg, denn am Bug war lediglich eine Mooring Leine befestigt, d.h. eine einzelne Leine, die vom einem auf dem Grund liegenden Betonblock nach oben geht. Diese bietet aufgrund der Länge und Zugrichtung dem Boot mehr Bewegungsraum.
Nach einem kurzen Spaziergang durch die nähere Umgebung, inklusive einer Wanderung auf den Felsen mit dem Lotsenausguck aus früheren Jahren, bauten wir unseren kleinen Gasgrill bei den Tischen hinter der geschützten Mole auf und genossen unser Abend-BBQ.

Währenddessen baute der Stegnachbar „mal eben“ die Befestigung der Boote um. Er nahm unsere Vorleine als zweite Absicherung für sein Boot und montierte bei uns eine andere Mooring Leine. Naja, normalerweise fragt man, ob man bei jemand anderem aufs Boot darf. Dann auch noch selbstständig die Leinen umzubauen ist schon etwas ungewöhnlich. Da er offensichtlich wusste, was er tat und keinen Schaden anrichtete war es knapp akzeptabel.
Wir nahmen dies aber zum Anlass auch unser Boot mit einer zweiten Leine vom freien Liegeplatz neben uns am Bug zu sichern, der seitliche Wind nahm mittlerweile erheblich zu und sollte auch die nächsten 36 Stunden nicht abnehmen.

Den folgenden Sturmtag nutzen wir um die zwei Naturwanderwege abzugehen, uns auszuruhen und die örtliche Spezialität „Kräftor & Chips“ zu essen. Hierbei handelt es sich um eine frittierte, lokal gefangene Krabbenart und dazu Pommes Frites.

Blick auf Kungsö, unsere erste Ankerbucht vor 2,5 Wochen
Kräftör & Chips

Der örtliche Fischer verkaufte auch nachmittags seinen Fang direkt vom Kutter, dies haben wir aber diesmal nicht genutzt.

Am nächsten Tag, hatten wir genug Zeit, bis zur Abfahrt. Bei einer Strecke von fast 130 Seemeilen und geschätzten Fahrzeit von 22 bis 24 Stunden ist eine genaue Ankunft zwar schwer zu planen, aber der reservierte Liegeplatz in Malmö stand erst ab 1200 Uhr zur Verfügung. Eine Ankunft mitten in der Nacht machte da keinen Sinn. Um 1100 Uhr legten wir dann schließlich ab und begannen den endgültigen Abschied aus dieser für uns so schönen und faszinierenden Landschaft.

Rörö

Der Morgen war noch nicht sonnig, aber der Wetterbericht eigentlich nicht so schlecht. Der Sturm sollte erst 2 Tage später kommen. Eine Gewittergefahr gab es für den Nachmittag, aber bis dahin wollten wir auf Rörö sein. Eine weitere Inseln etwas südlicher und im nördlichen Bereich des Göteborger Schärengartens.

Auf dem Weg dorthin wollten wir unbedingt noch den Leuchturm Pater Noster auf der Insel Hamneskär besuchen, den wir in den zwei Tagen unseres Aufenthaltes oft in der Ferne gesehen haben. Außerdem ist es der Handlungsort des Romans „Die Tochter des Leuchtturmmeisters“ von Ann Rosman, dass ich nach dem Aufenthalt in Marstrand zu lesen begonnen habe.

Bei der Anfahrt an den Leuchtturm war es leider etwas bewölkt, dies sollte uns aber nicht von vielen Fotos und Selfies abhalten. Der Wind kam weiterhin aus Süd, also direkt gegen an, so dass wir einige Zeit kreuzen wollten. Nach einiger Zeit, wir hatten uns noch nicht weit vom Leuchtturm entfernt riss die Wolkendecke auf und der Leuchtturm erstrahlte. Okay, also die Segel weg und mit Vollgas zurück zum Leuchtturm um noch die ersehnten Sonnenbilder zu fotografieren. Wieder Selfies, wieder viele Bilder bevor es weiterging. Nun hatten wir also das Skagerrak verlassen, der Leuchtturm bildet die Grenze zum Kattegatt, dass und gleich mit 1 bis 1,5 Knoten Strom von vorne begrüßte. Kein Wunder bei der Windrichtung.

Plötzlich tauchten dunkle Wolken am Horizont auf, ein Blick in das Regenradar der Wetterapp bestätigte die Vorahnung: ein heftiges Gewitter befand sich noch auf der dänischen Seite des Kattegatts, kam aber beständig näher. Nach erster Abschätzung sollte es gegen 1600 Uhr die Inseln erreichen. Laut Navigation sollten wir um 1545 Uhr auf Rörö sein. Zieht das Gewitter schneller, wird es knapp oder wir nass !! Also Gashebel ganz durchgedrückt und quer durch die Lücken zwischen den Schären gefahren.

Wie befürchtet zog das Schietwetter aber schneller !
Etwa 2 Meilen vor dem Hafen begann es erst leicht und dann immer heftiger zu regnen. Wir hatten zum Glück wieder einen Platz vor reserviert und konnten deshalb an den kreisenden Booten, die auf der Suche nach einem freien Platz in dem vollen Hafen waren, vorbeirauschen. Beim Anlegen sprang spontan eine nette Dame vom schwedischen Nachbarboot in den Regen um unsere Leinen anzunehmen.
Wir waren schon komplett nass und sprangen nur noch unter Deck.
Eine kurze Regenlücke konnten wir nutzen um im Supermarkt auf der anderen Hafenseite schnell noch ein paar Dinge einzukaufen. Danach schüttete es weiter bis eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Als es aufhörte sind wir dann natürlich noch kurz los um die Umgebung zu erforschen. Wie sollte es anders sein: es gab natürlich ein Naturschutzgebiet mit Wanderwegen und wild lebenden Pferden und Schafen. Also los !
Aufgrund des Regens war der Weg teilweise extrem Nass und führte über Bäche, an anderen Stellen ging er über reines Geröll von Steinen.
Aber wir fanden sowohl die Schafe und die Pferde und sahen auch einen wieder sehr schönen Sonnenuntergang über dem Kattegatt.
Die Landschaft hier oben fasziniert immer noch und immer wieder.

Klädesholmen

Nach dem Frühstück mit frischen leckeren frischen Brötchen und Zimtschnecken aus dem Shop am Hafen von Fiskebäckskil mussten wir zunächst tanken. Es standen 3 Tage mit Wind aus Süd vor uns, also die Richtung, in die wir wollten. Kreuzen war für mich in den teils engen Schärengewässern keine wirkliche Option.
Vorläufiges Ziel sollte die Insel Stora Dyrön sein, etwa 28 Meilen entfernt. Reserviert hatten wir nicht, aber im Umkreis gibt es laut Harbour Guide einige Häfen und Ankerbuchten als Alternative.
Nach der Abfahrt fanden wir uns in einem Verkehr wie in einer Großstadt zu Feierabend wieder. Viele Segler unter Motor und beim Kreuzen, Motorboote in allen Geschwindigkeitsklassen kreuz und quer. Es war etwas anstrengend.

Nach einigen Meilen entschieden wir uns, das enge Fahrwasser zwischen den Schären zu verlassen und hoch am Wind außerhalb der Schären zu segeln. Allerdings war es immer hart an der Grenze der Möglichkeit, oft kam der Wind nach kleinen Drehern doch von vorne. Mehrere Male wechselten wir vom kreuzenden Segeln zum Motor.

Je weiter wir südlich kamen, desto mehr nahmen der Wind und auch die Welle, die hier ungebremst aus dem Skagerrak kommt, zu. Dazu kam dann noch ein leichter Regen. Wind und Wellen von vorne, Regen und Motorfahrt sind keine Bedingungen, die wirklich Spaß machen. Es geht nur darum, möglichst schnell durchzukommen. Wäre bei den Bedingungen die Fahrt „unter Land“ doch besser gewesen ? Bei dem vielen Verkehr wohl weniger ruppig, aber nicht wirklich entspannter.

Wir nahmen deshalb den ersten erreichbaren Hafen um nach einem möglichen Liegeplatz zu schauen. Wir hatten tatsächlich Glück, nachdem wir die enge Einfahrt der Insel Klädesholmen passiert hatten, fanden wir dort noch einige freie Plätze.

Lage der Insel Klädesholmen

Das Hafenbecken wird durch die Insel selbst und ihre Nachbarinsel Koholmen gebildet. Die Insel hat eine lange Fischfangtradition bis ins 16. Jahrhundert, doch vor allem im 19. Jahrhundert war Klädesholmen ein Zentrum der Heringsverarbeitung. Laut Chronik war hier der Hering das, was am Klondike das Gold war: Arbeit und Einkommen für viele Menschen, aber auch die Hoffnung auf Reichtum.
Wir lernten aus den Hafeninformationen, dass es hier auch heute noch einige Fabriken zur Heringsverarbeitung gibt. Die Produkte werden nicht nur im Fabrikverkauf und dem örtlichen Supermarkt angeboten sondern die Marke „Klädesholmen“ produziert für sämtliche IKEA-Fillialen weltweit. Klädesholmen stellt die Hälfte der schwedischen Produktion an Heringskonserven her. Was man nicht alles lernt, wenn man unverhofft einen unbekannten Hafen anläuft ! Während wir vor wenigen Stunden dies noch nicht ahnten, fanden wir uns schnell im Supermarkt mit einer größeren Auswahl der hier hergestellten Konserven im Einkaufswagen wieder.
Nach der Rückkehr vom Supermarkt nahm der Wind weiter zu und es begann heftig zu regnen. Der Rest des Abends fand also unter Deck bei neuen Kartoffeln, geräuchertem Lachs, Schmand mit Dill und einer Packung Heringshappen statt.

„Werksverkauf“ im örtlichen Supermarkt
Hafentag-Wetter

Die ganze Nacht hindurch stürmte es weiter mit Windstärke 5-6 und 7er Böen. Weil es am Morgen zunächst nicht wirklich besser war, entschieden wir uns zu einem Hafentag auf dieser Insel. Wir hatten zwischenzeitlich herausgefunden, dass es drei durch Brücken verbunde Inseln weiter, auf Tjörn, eine Sauerteigbäckerei gibt, die Mittags aus Pizza aus Sauerteig anbietet. Als es tatsächlich draußen heller wurde machten wir uns zu Fuss auf den Weg zu der 2,5 km entfernten Bäckerei „Lottas Bak & Form“.
Dort herrschte schon großer Andrang auf das dort gebackene Brot, Kuchen und natürlich die Pizza. Wir bestellten gleich den „Pizza-Lunch“ mit Pizza, Salat und Kaffee. Leitungswasser ist beim Essen ist in Schweden ja ohnehin enthalten. Für deutsche Gastronomen ist das häufig leider (noch) keine Option. Das der Salat nicht separat, sondern auf der extrem leckeren Pizza serviert wurde, war eine ungeahnte Variante. Auf der vegetarischen Pizza, die eher eine Art Flammkuchen war, fanden sich viele regionale Gemüsesorten bis hin zu Blütenblättern, die wir als Ringelblume identifizierten.
Natürlich erstanden wir auch noch ein kräftiges Sonnenblumenbrot und machten uns auf den Heimweg.

Pizza mit Salat

Mittlerweile kam auch mehr und mehr die Sonne raus, der Wind ließ nach und das eine oder andere Boot verließ doch noch den Hafen. Morgen werden auch wir weiterfahren, die Windrichtung bleibt uns wohl erhalten, aber trotzdem werden wir uns hoffentlich ohne Regen weiter Richtung Süden bewegen.

Fiskebäckskil

Nach einem kräftigen Regenschauer in der Nacht war der Morgen trocken und erste Wolkenlücken zeigten blauen Himmel. Nach dem Frühstück an Deck legten wir gegen 10:30 ab. Das Tagesziel sollte Fiskebäckskil sein, eine Strecke von etwa 25 Seemeilen in Richung Süden. Ein Blick in die Wetterapp versprach guten Wind aus West, so dass die Entscheidung gegen eine längere Motortour durch enge Schärengewässer sondern für eine schöne Segelstrecke an der Küste entlang fiel. Zunächst genossen wir aber die weitere Durchfahrt durch den Hamburgsund.

Leider entpuppte sich der Westwind eher als Südwind, der genau gegen an stand. Kurzentschlossen fuhren wir direkt in Richtung der Einfahrt des Sotenkanals.

Der Sotenkanal verbindet Hunnebostrand und Smögen auf einer Strecke von knapp 5 km und sollte zu seiner Zeit des Baus in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zum Einen arbeitslose Steinmetze beschäftigen aber auch der Schiffahrt den Weg durch die Gewässer der Schären dort ersparen. Der Kanal ist an der schmalsten Stelle 15 m breit und hat eine Tiefe von 4,5 m. Etwa in der Mitte der Strecke gibt es eine Drehbrücke mit einer Durchfahrthöhe von 5,7 m, Segelboote sind also auf eine Öffnung angewiesen.

Die Durchfahrt durch den Kanal war wieder sehr beeindruckend. Neben der Strecke gibt es Wiesen, auf denen Rinder grasen und Wälder. Beides ist in dieser wetter- und sturmgeprägten Region Westschwedens eher selten. In Teilbereichen konnte man aber auch gut erkennen, wo der Kanal in den Stein gehauen wurde. Hier ist es besonders eng, bei dem regen Verkehr in beide Fahrtrichtungen eine Herausforderung. Wir hatten außerdem Glück: die Brücke war geöffnet und schloss sich erst hinter uns.

Ab Smögen konnten wir dann wieder auf das Skagerrak raus und parallel zur Küstenlinie bei gutem Wind und Welle segeln.

Leuchtturm vor Smögen

Fiskebäckskil begrüßte uns wieder mit kleinen roten Bootshäusern. Der Yachthafen Lyckans Slip war im Vergleich zu den bisher besuchten Häfen sehr komfortabel mit sehr angenehmen Sanitäreinrichtungen.:

Der Ort selber bietet schöne kleine Gassen mit schönen Häusern und immer wiederkehrenden Blicken auf das Wasser

Morgen geht es weiter Richtung Süden, nur wird der Wind uns die nächsten Tage wohl nicht unterstützen, sondern weiter aus Süd wehen.

Hamburgsund

Die Nacht war wieder unruhig. Das lag nicht nur an dem Nachbarboot, dessen Besatzung sich bis zum frühen Morgen laut unterhaltend mit diversen Bieren beschäftigte, sondern vielmehr an der Welle, die immer wieder seitlich auf unser Boot traf. Durch die Befestigung an Bug und Heck schaukelt wir mehr oder weniger ruckartig seitlich wie in einer Hängematte.

Am Morgen wartete dann die Herausforderung, dass die Vorleinen samt Schärennagel wieder einzusammeln und den Einsammler auch wieder an Bord zu bekommen. Das Boot war nach dem Lösen an Bug nicht mehr fixiert, sollte aber auch nicht gegen den Stein rammen und trotzdem einen möglichst geringen Abstand haben. Letztlich klappte alles besser als befürchtet und wir machten uns auf die etwa 11 Seemeilen kurze Strecke in Richtung Osten.

Unser Ziel war Hamburgsund, wo wir wieder einen Liegeplatz vorab gebucht hatten. Vorher wollten wir aber noch die Insel Stenholmen besichtigen. Dort gibt es einen alten Soldatenfriedhof, der nach der Schlacht am Skagerrak im ersten Weltkrieg angelegt wurde.
Dort findet sich das Grab des Schriftstellers Johann Willhelm Kinau, eher bekannt unter seinem Pseudonym Gorch Fock. Er wurde im Juli 1916 dort begraben nachdem der Kreuzer „SMS Wiesbaden“ in der Schlacht untergegangen war.
Leider fand unser Anker vor der Insel keinen Halt. Immer wieder pflügte er durch das Seegras, das sich beim Einholen jeweils im Anker fand. Schade, aber wir konnten den Friedhof wenigstens von See aus sehen.

Der Soldatenfriedhof auf Stenholmen
Der Grabstein mit dem Anker ist der von „Gorch Fock“

Die Einfahrt in den Hamburgsund war wieder sehr schön. Beidseitig säumten viele rote Bootshäuser das Ufer. Kurz vor dem Hafen kreuzte die Seilfähre auf die Nachbarinsel Hamburgö unseren Weg. Bis sie das jeweils andere Ufer erreicht hatte, konnte niemand den Sund passieren.
Der Ort selber und unser Liegeplatz ist eigentlich keiner weiteren Erwähnung wert. Es gibt viele neugebaute Ferienhäuser oder solche, die noch im Bau sind. Keine Spur von einem ursprünglichen Fischerort, eher von einem Ferienzentrum.

Neubauten in Hamburgsund


Der Name Hambursund hat übrigens nichts mit der Stadt Hamburg zu tun, sondern leitet sich angeblich vom Begriff „Hornbora“ ab, was soviel wie „die Horntragende“ bedeutet. In früheren Jahrhunderten soll sich hier ein Zentrum mit Gerichtssitz der Wikinger befunden haben.

Morgen geht es weiter südlich, so ganz langsam bewegen wir uns wieder auf unsere Heimat zu, auch wenn wir noch zwei Wochen Reisezeit vor uns haben.

Väderöarna

Die Inselgruppe Väderöarna umfasst etwa 360 Inseln unterschiedlicher Größe. Auf den miteinander verbundenen größten Inseln Storö und Ramnö befindet sich ein kleiner Hafen, ein Hotel mit Restaurant und der Turm einer ehemaligen Lotsenstation. Seit dem 18. Jahrhundert bis Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war die Insel mit Lotsen und deren Familien bewohnt. Der Name Väderöarna bedeutet übrigens auf deutsch „Wetterinseln“.

Wir kamen gegen 1300 Uhr an, für einen Hotspot der von vielen Tagesgästen besucht wird, eigentlich zu spät. Trotzdem hatten wir Glück und bekamen noch einen Platz im Hafen. Der Hafenmeister war engagiert dabei die Boote ideal einparken zu lassen, so dass möglichst viele Boote in den engen Hafen passten. Wir bekamen dann auch eine größere schwedische Yacht als Nachbarn im Päckchen zugewiesen. Die zwei Paare der Besatzung waren aber extrem nett und sprachen teilweise auch sehr gut Deutsch.

Bei der mittlerweile obligatorischen Wanderung über Insel, die wiederum über einen recht gut markierten Rundweg verfügt, war das Gefühl der einsamen Insel im Skagerrak schnell verflogen. Der Sund auf der Westseite war knallvoll von Booten und diverse Grüppchen kraxelten mit Hund, Kind und Kegel über die Steine des Rundweges.

Gut besuchter Strömsund

Nach einer kurzen Kaffeepause bestiegen wir noch die Erhebung der Insel zu dem Aussichtsturm der Lotsen. Diesen nutzten sie in früheren Zeiten um Schiffe frühzeitig zu entdecken, die ihre Dienste in Anspruch nehmen wollten.

Der Trubel auf der Insel tagsüber war gut zu ertragen, hofften wir doch auf einen idylischen Abend nach Abreise der Tagesgäste. Auch das aufgestellte Schild, dass ein Ørjan Trubadur abends am Cafe von 18 bis 21 Uhr Musik macht, schockte uns nicht.

Leider überzeugte der Musiker, zumindest uns nicht, mit seiner Musikalität sondern vor allem mit steigender Lautstärke und immer heftigerer Rockmusik je später der Abend wurde. Auch den idyllischen Sonnenuntergang beschallte er weiter lautstark bis er um 23 Uhr endlich aufhörte, allerdings zum Leidwesen einiger Zuhörer. Noch am nächsten Morgen regte sich der nette Schwede neben uns darüber auf: „Das gehört hier nicht her und habe ich auch noch nie hier erlebt. Denkt bloß nicht, dass es hier immer so ist. Das waren alles Norweger !!“ Man scheint die nordwestlichen Nachbarn hier nicht so sehr zu mögen.

Um 10:00 Uhr müssen alle Gäste den Hafen verlassen, wir fuhren kurzerhand an eine andere Stelle und machten dort als Premiere mit „Schärennagel“ und Heckanker fest. So richtig vertrauenerweckend wirkte das für mich nicht. Trotzdem machten wir uns auf den Weg an Land.

Schärennagel

Nach dem leckeren Mittagessen wollten wir uns noch einen Kaffee gönnen, aber auf dem Weg sprach uns aufgeregt die nette Frau von unseren neuen Nachbarn an, dass sich unser Heckanker gelöst hätte und ihr Freund unser Boot gerade notdürftig gesichert hätte. Mit dem Ausbrechen des Heckankers hatte ich nicht gerechnet, eher mit dem Schärennageln. Mittlerweile hielt er wieder und wir mussten nur noch etwas nachspannen.

Der Abend brachte uns dann wieder einen sehr schönen Sonnenuntergang.

Smögen

Mit einem Tag Verspätung, der uns trotz des Sturmes viele tolle Eindrücke in Marstrand gebracht hat, machten wir uns auf die 35 Seemeilen lange Strecke nach Smögen. Eigentlich von der Entfernung her kein Problem, auch das Wetter glänzte mit herrlichen weißen Wolken im blauen Himmel. Leider kam der Wind aus der falschen Richtung und weht uns direkt auf den Bug. Dazu noch mit einer Stärke 4-5 anstatt der angekündigten 2-3. Wir entschieden uns, damit wir noch etwas vom gebuchten Liegeplatz in Smögen haben, mit Motor zu fahren und nicht dauerhaft zu kreuzen. Das Schiff schaukelte heftig und knallte immer wieder in die Wellen oder von ihnen herunter. Irgendwann wurde es zu anstrengend und wir versuchten es segelnder weise. Die Kreuzschläge hart am Wind waren nicht unbedingt schöner. Also weiter unter Motor.

Die Anfahrt nach Smögen ist durch die vielen Seezeichen und Untiefen etwas tricky. Bei der Einfahrt in den Hafen wurde aber gleich klar, was Smögen ausmaucht: Eine wunderschöne Hafenszenerie mit roten Häuschen, dazu eine mit Menschen überfüllte Promenade (Smögenbryggan), große Motor- und Segelyachten mit Musikpower und vermutlich ausreichend Alkohol an Bord.

Unser Liegeplatz befand sich relativ weit hinten im Hafen an einer der schmalsten Stellen der Smögenbryggan direkt an einem Bekleidungsgeschäft. Keine Bar oder Restaurant vor der Tür, die einem die Nachtruhe vermiesen könnten.

Smögen ist ein alter Fischerort in der historischen Provinz Bohuslän. Es leben etwa 1.300 Menschen fest in dem Ort, doch im Sommer steigt diese Zahl um ein Vielfaches. Insbesondere Tagesurlauber überschwemmen dann den Ort und die Hauptattraktion, die Shopping und Flaniermeile „Smögenbryggan“. Trotz des Tourismus spielt der Fischfang hier noch eine wichtige Rolle. Bekannt ist Smögen für die „Smögenräkor“, Garnelen die in den hiesigen Fanggründen oder im Skagerrak gefangen werden. Optisches Highlight sind die bunten Bootshäuschen an der Westseite des Hafens.

In Smögen bietet es sich an, einen Liegeplatz frühzeitig zu reservieren. Wir haben vor bereits 5 Wochen nur noch einen der letzten Plätze ergattern können. Dafür liegt man nicht nur mitten in der Kulisse, man ist Teil davon.