Die Nacht war wieder unruhig. Das lag nicht nur an dem Nachbarboot, dessen Besatzung sich bis zum frühen Morgen laut unterhaltend mit diversen Bieren beschäftigte, sondern vielmehr an der Welle, die immer wieder seitlich auf unser Boot traf. Durch die Befestigung an Bug und Heck schaukelt wir mehr oder weniger ruckartig seitlich wie in einer Hängematte.
Am Morgen wartete dann die Herausforderung, dass die Vorleinen samt Schärennagel wieder einzusammeln und den Einsammler auch wieder an Bord zu bekommen. Das Boot war nach dem Lösen an Bug nicht mehr fixiert, sollte aber auch nicht gegen den Stein rammen und trotzdem einen möglichst geringen Abstand haben. Letztlich klappte alles besser als befürchtet und wir machten uns auf die etwa 11 Seemeilen kurze Strecke in Richtung Osten.


Unser Ziel war Hamburgsund, wo wir wieder einen Liegeplatz vorab gebucht hatten. Vorher wollten wir aber noch die Insel Stenholmen besichtigen. Dort gibt es einen alten Soldatenfriedhof, der nach der Schlacht am Skagerrak im ersten Weltkrieg angelegt wurde.
Dort findet sich das Grab des Schriftstellers Johann Willhelm Kinau, eher bekannt unter seinem Pseudonym Gorch Fock. Er wurde im Juli 1916 dort begraben nachdem der Kreuzer „SMS Wiesbaden“ in der Schlacht untergegangen war.
Leider fand unser Anker vor der Insel keinen Halt. Immer wieder pflügte er durch das Seegras, das sich beim Einholen jeweils im Anker fand. Schade, aber wir konnten den Friedhof wenigstens von See aus sehen.


Die Einfahrt in den Hamburgsund war wieder sehr schön. Beidseitig säumten viele rote Bootshäuser das Ufer. Kurz vor dem Hafen kreuzte die Seilfähre auf die Nachbarinsel Hamburgö unseren Weg. Bis sie das jeweils andere Ufer erreicht hatte, konnte niemand den Sund passieren.
Der Ort selber und unser Liegeplatz ist eigentlich keiner weiteren Erwähnung wert. Es gibt viele neugebaute Ferienhäuser oder solche, die noch im Bau sind. Keine Spur von einem ursprünglichen Fischerort, eher von einem Ferienzentrum.






Der Name Hambursund hat übrigens nichts mit der Stadt Hamburg zu tun, sondern leitet sich angeblich vom Begriff „Hornbora“ ab, was soviel wie „die Horntragende“ bedeutet. In früheren Jahrhunderten soll sich hier ein Zentrum mit Gerichtssitz der Wikinger befunden haben.
Morgen geht es weiter südlich, so ganz langsam bewegen wir uns wieder auf unsere Heimat zu, auch wenn wir noch zwei Wochen Reisezeit vor uns haben.

































































































































































